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Sehbehindert in Uganda zu sein, ist ein großes Problem. Oft werden Patienten - insbesondere Kinder - nicht zur Diagnostik und Therapie gebracht. Selbst wenn sehbehinderte Patienten zur Augenklinik kommen oder gebracht werden, bekommen sie nicht immer die notwendige Therapie.
Ein paar Zahlen: Nach Schätzungen dürften in Uganda ca. 247.000 blinde Erwachsene und 8.000 blinde Kinder leben. Hinzu kommen ca. 865.000 sehbehinderte Erwachsene und 25.000 sehbehinderte Kinder. Das sind insgesamt ca. 1.145.000 sehgeschädigte Patienten. Hinzu kämen noch Sehbehinderungen durch nicht entdeckte Sehfehler, schätzungsweise alleine 125.000 bei Kindern. Das sind bei einer Gesamtbevölkerung von 26,9 Mio. gut 4 % der Gesamtbevölkerung - zwei Drittel davon wären vermeidbar.
Die Christoffel-Blindenmission hat vor drei Jahren die deutsche Orthoptistin Claudia Ehlers nach Uganda geschickt, um den Menschen dort zu helfen. Sie ist die erste Fachkraft in Uganda auf diesem Gebiet. Ihr primäres Ziel ist es, eine funktionierende Abteilung für Sehbehinderte in der Augenklinik in Ruharo/Mbarara/Westuganda aufzubauen. Sie sieht aber auch den Bedarf einer solchen Abteilung in anderen Gebieten Ugandas.
Deswegen bietet sie diverse Seminare für Augenfachkräfte (Augenärzte, Refraktionisten, Augenkrankenschwestern etc.), Lehrer (insbesondere von Blindenschulen) und andere Fachkräfte (Ocuupational-Therapeuten) an, um über dieses Spezialgebiet zu informieren und zum Einsatz und zur Anwendung von vergrößernden Sehhilfen sowie nicht optischen Hilfsmitteln zu motivieren. Neben den Patienten in Ruharo versorgt sie etliche Blindenschulen bzw. Schulen, an denen sehbehinderte Kinder mit unterrichtet werden. Die Reisen ziehen sich vom Westen Ugandas, von Kabale über Mbarara, Kampala, Jinja, Iganga bis nach Soroti im Osten Ugandas. Eine genaue Anzahl von Schulen für sehbehinderte Kinder ist nicht bekannt, schätzungsweise gibt es 50 Schulen, die Tendenz ist steigend.
Zum Teil werden die Kinder integriert. Da sie aber oft nicht ausreichend gefördert werden oder sie keine Brille und/oder kein Teleskop-Fernrohr haben, um an der Tafel Geschriebenes lesen zu können, den Lehrstoff nicht erlernen können, verbringen sie etliche Schuljahre in der ersten Klasse (oder Vorschule!), dann gehen sie nicht mehr in die Schule und leben in der Dorfgemeinschaft.
Viele sehbehinderte Kinder haben keine Chance zur Schule zu gehen, sie werden von Anfang an im Elternhaus versteckt. Nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde sterben 50 % der Kinder, die eine Sehbehinderung haben, innerhalb der ersten zwei Jahre nach Auftreten der Sehbehinderung.
Wenn man von ca. 100 Schülern pro Schule ausginge (was eindeutig zu hoch ist!), könnten maximal 5.000 eine Schulbildung erhalten. Damit wird deutlich, dass die Mehrheit der Sehbehinderten nicht zur Schule geht. ... Wenn man die Schulen besucht, finden sich traurige Zustände. Es fehlt an allem. Die Unterkünfte sind mangelhaft, zum Teil regnet es hinein. Die Kinder werden vernachlässigt und scheinen vergessen zu werden. Spezialisierte Lehrer werden ausgebildet, aber es sind nicht genug. Dadurch ist die Unterrichtsqualität schlecht. Materialien gibt es nicht genug, weder genug Braillemaschinen noch Papier. Und in etlichen Schulen müssen die Schüler an Spezialschulen grundsätzliche Braille lernen - selbst dann, wenn sie mit Schwarzschrift keine Probleme hätten. Sogar dann, wenn sie gar nicht sehbehindert sind! Die Gründe dafür sind verschieden, zum Teil ist es Unwissenheit, zum Teil Ignoranz, zum Teil fehlt es an Geld ...
Vergrößernde Sehhilfen gibt es erst seit kurzem, die Lehrer wissen nicht, wie sie richtig eingesetzt werden müssen. Eine sehr schwierige Situation. Aber immerhin gibt es auch einige Fortschritte zu beobachten. Die ersten Schulen und die ersten Low-Vision-Kinder lernen Schwarzschrift. Das ist ein echter Erfolg! Die Kinder werden mit vergrößernden Sehhilfen aus Hongkong versorgt. Leider aber nicht alle, da die Aufgaben zu umfangreich für die zwei Fachkräfte sind, die im Bereich von Low Vision arbeiten ... Da Uganda sich noch in den Anfängen befindet, mangelt es an allem. Die ersten Spezialschreibhefte sollen dieses Jahr gedruckt werden. Das erste Bildschirmlesegerät ist in Soroti, weitere kommen hoffentlich bald dazu. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation an den Schulen in den nächsten Jahren deutlich verbessert. Gespräche mit den Ministerien (Gesundheitsministerium und Schulministerium) finden statt. Und es bleibt auch zu hoffen, dass mehr sehbehinderte Kinder in Zukunft zur Schule gehen können ...
Zum kostengünstigen Versorgen der Patienten sind Spenden jederzeit herzlich willkommen:
An Sachspenden suchen wir u. a. folgende:
Sachspenden bitte an die Christusgemeinde,
Uhlandstr. 25, 45468 Mülheim;
Kontakt Hans-Detlef Schmidt, Mitarbeiter der Gemeinde,
Telefon: 0208 432638 (am besten abends).
Geldspenden bitte auf unser Sonderkonto Entwicklungshilfe:
Kontonummer: 7002904, BLZ 370 205 00, Stichwort: Uganda-Hilfe
Für Fragen wenden Sie sich bitte an lvruharo@bushnet.net
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