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Organisiert von diesem Reiseanbieter, verbrachte ich - gemeinsam mit fünf blinden und sehbehinderten Menschen und drei Begleitpersonen - Ende März zehn erlebnisreiche Tage in Finnland. Wir lebten in Salmenkyla, einem kleinen Dorf umgeben von verschiedenen zugeschneiten Seen, 20 km von Nurmes und 150 km von Kuopio entfernt.
Wer mochte konnte sich direkt von dem wunderschönen Holzhaus, in dem wir wohnten, die Langlaufskier anschnallen und loslaufen. Gemeinsame Skilanglaufübungen und verschiedene Ausflüge mit Skiern über Seen und durch Wälder ermöglichten, Skilanglauf und den finnischen Winter zu erleben. Ausflüge Schneeschuhe oder ein Lappenmoped (eine Art Stuhl mit Kufen) stand uns alternativ zur Verfügung.
Doch selbst die sportlichsten Menschen fahren wahrscheinlich nicht nur für den Sport ins Ausland. Schließlich wollen die Besonderheiten des jeweiligen Landes auch erkundet werden. Hierzu zählt in Finnland auf jeden Fall eine Hundeschlittentour. In einem bequemen Kufensessel sitzend wurden wir jeweils von fünf Huskies, die sich aufgrund des dicken Winterfells sehr flauschig anfühlten, gezogen. Auch konnten wir am eigenen Leib erfahren, dass man nicht gleich stirbt, wenn man in ein mit Eiswasser gefülltes Eisloch taucht. Dieses Ritual gehört zur Nutzung einer Rauchsauna. Diese Sauna wird in Finnland nur zu besonderen Anlässen in Betrieb genommen, da diese Art von Sauna mit einer speziellen Heizmethode - die sehr aufwendig ist - funktioniert.
Wie der Name "FrauenOutdoor" besagt, war auch eine Outdoor-Tour im Angebot. Bei minus einem Grad Kälte fuhren diejenigen von uns, die wollten, mit Rucksack und Schlafsäcken bepackt, auf Langlaufskiern zu einer Hütte. Dort bauten wir uns eine Schneehütte, damit die ganz Eisernen von uns draußen schlafen konnten. Doch auch per Snowscouter - eine Art Moped mit Kufen - konnte man zu dieser Hütte gelangen.
Natürlich gab es auch Zeit für einen Stadtbummel und die Besichtigung einer Eisskulpturenausstellung.
Die Abende verbrachten wir mit Filzen, genossen täglich die im Haus integrierte Sauna und einmal auch eine finnische Massage.
Trotz des vielfältigen Programms fanden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von "FrauenOutdoor" noch Zeit für kleine Überraschungen. So wurde uns z. B. eines Abends gemütlich am offenen Feuer sitzend, eine Feuerzangenbowle serviert.
Morgens versorgten wir uns selbst im Haus, für mittags nahmen wir uns ein Picknick mit oder grillten verschiedene Leckereien in einer Kota (Hütte) am offenen Feuer. Nachmittags und abends wurden wir von zwei Finninnen mit typischen finnischen Speisen bestens versorgt.
Ich persönlich habe schon viele Urlaube mit den unterschiedlichsten Unternehmen, die Reisen für blinde und sehbehinderte Menschen anbieten, mitgemacht. Doch nirgends fand ich bisher ein so vielfältiges Angebot, das mit so einer Selbstverständlichkeit, Engagiertheit und Offenheit für unsere Belange durchgeführt wurde, wie bei "FrauenOutdoor" Kein Wunsch blieb uns unerfüllt und Hilfe wurde - wenn notwendig - gerne und in einer unaufdringlichen Weise gegeben. Obwohl die Reise für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von "FrauenOutdoor" manchmal sicherlich nicht so entspannend war wie für uns Teilnehmerinnen und Teilnehmer, hatten wir nie das Gefühl, dass ihnen irgendetwas zuviel sei.
Auch für die drei Führhunde, die mitreisten, war Finnland ein Paradies, denn während des gesamten Urlaubes sahen die Hunde kaum eine Leine.
Für Interessierte möchte ich noch auf die diesjährigen Angebote / Planungen von "FrauenOutdoor" hinweisen:
Für nächstes Jahr steht natürlich auch wieder eine Reise nach Finnland auf dem Programm.
Hier für Interessierte noch die Adresse:
FrauenOutdoor e. V. ,
Sachsenstr. 11, 34131 Kassel,
Telefon: 0561 9223459 oder 0521 1640020,
E-Mail: info@frauenoutdoor.de
Internet: http://www.frauenoutdoor.de/touren_fuer_blinde.html
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