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"Musik erleben" für Kinder und Erwachsene vom 26. Juli bis 7. August 2006 in Goslar
Vergleichbar dem Menschen, der zu seinen Mitmenschen eine bestimmte Beziehung hat, stehen auch die musikalischen Töne in Spannungsverhältnissen. Musik wird erlebbar, wenn wir die Töne in ihren Beziehungen aufspüren. Die Methode, die sich dahinter verbirgt, ist in seinem Ursprung 1000 Jahre alt, wurde aber Anfang des 20. Jahrhunderts systematisch für die Pädagogik nutzbar gemacht. Dieses bewusste Tonerleben ist sehr viel mehr, als etwa auf dem Klavier eine Taste einer entsprechenden Note auf dem Papier zuzuordnen.
Und das ist Solmisation:
Durch die Bezeichnung der Stufen Do Re Mi Fa So La Ti werden die Verhältnisse dieser Stufen zueinander und zu ihrem Grundton über die eigene Stimme erfahrbar. Es bildet sich eine Klang-Vorstellung. Das innere Gehör konkretisiert sich. Dabei werden die Stufen zuerst durch Handzeichen, dann mit geschriebenen Silben und später im Fünfliniensystem dargestellt. So könnte man kurz die Solmisation eine Symbiose nennen, wobei Theorie und Praxis eine Einheit bilden.
Beim Übergang vom Singen zum Spielen auf einem beliebigen Instrument zeigt sich, wie durch die Solmisation die Tonvorstellung des Kindes geprägt worden ist. Weil die Töne der Melodien in jeder Tonart den gleichen Namen haben, ist es möglich, sie gleich auf jedem Instrument in jeder Lage zu suchen.
Hier kommt der wichtigste Bestandteil eines Lernprozesses zum Vorschein: Das Entdecken, statt das Notenbild mühsam zu entziffern. Die Handzeichen ermöglichen es, durch zahlreiche Variationen in der Gruppe das "Miteinander" zu beleben: Die Klänge werden vermittelt vom Leiter zum Kind, vom Kind zum Leiter. und von Kind zu Kind. Das Lernen wird zum Spiel indem alle "Mitspieler" ihre eigenen Melodien erfinden, von der Gruppe nachgemacht werden oder daraus neue Melodien entstehen. Bei keinem Werk der Musikliteratur leuchten die Augen der Kinder so hell auf, wie bei ihren selbst "gefundenen", eigenen Tönen!
Kinder, die bereits ein Instrument spielen, erfahren durch diese Methode eine Vertiefung. Anderen hilft es einen konkreten Zugang zur Musik zu bekommen. Die im Instrumentalunterricht oft vernachlässigte Musiklehre (Rhythmus- und Harmonieverständnis) ist in die Methode automatisch integriert und wird fast unbemerkt mitgelernt, damit vergleichbar, dass ein Kind erst sprechen und später die Grammatik der Muttersprache lernt. Mit der täglichen Praxis werden Sie erstaunt sein, was Sie und Ihr und die Kinder nach einer Woche draufhaben!
Information und Anmeldung:
St. Jakobushaus
Reußstraße 4, 38640 Goslar
Telefon: 05321 3426-0, Fax 05321 3426-26
E-Mail: info@jakobushaus.de
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