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Die Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und Hubert Hüppe haben sich mit einem Schreiben an den Bundestagspräsidenten gewandt, da eine Organisation für internationalen Jugendaustausch, AFS Interkulturelle Begegnungen, eine Gastfamilie wegen der Behinderung ihrer Tochter diskriminiert hat. Diese Organisation ist auch an dem vom Bundestag betriebenen Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten beteiligt. Das PPP ermöglicht Schülerinnen und Schülern und jungen Berufstätigen durch ein Stipendium einen einjährigen Aufenthalt in den USA bzw. in Deutschland.
Bundestagspräsident Lammert hat in seinem Antwortschreiben zugesagt, dass das PPP im Hinblick auf seine Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen überprüft wird. Das Thema betrifft sowohl Austauschschüler als auch Gastfamilien, in denen es behinderte Familienmitglieder gibt. Eventuelle Zugangsschwellen sollen beseitigt werden.
Anlass für die Initiative bot die Ablehnung einer Gastfamilie mit einer geistig behinderten Tochter durch AFS. Die Organisation begründete ihre Absage damit, dass ein Austauschschüler mit der familiären Situation überfordert sei: "Wir befürchten aufgrund unserer Erfahrungen, dass Enttäuschung auf beiden Seiten und ein Scheitern der Gastaufnahme quasi vorprogrammiert wären." Die Austauschorganisation wurde von der Bundestagsverwaltung für den Inhalt und die Wortwahl des Briefes gerügt und aufgefordert, sich bei der Gastfamilie zu entschuldigen.
Beim Frühjahrstreffen der Berichterstatter für Internationale Austauschprogramme wird eingehend darüber beraten werden, wie behinderte Menschen noch besser in den deutsch-amerikanischen Jugendaustausch einbezogen werden können. Zunächst wird bei den beteiligten Austauschorganisationen eine differenzierte Abfrage zur Barrierefreiheit des Programms vorgenommen. Dabei soll nicht nur festgestellt werden, ob behinderte Menschen ausgeschlossen werden, sondern auch, ob sie durch das Beratungsangebot und Hilfestellungen zur Teilnahme ermutigt werden. In einem zweiten Schritt wird dann geprüft, wie Zugangsschwellen wirksam beseitigt werden können.
Gerade beim Berufseinstieg wird immer mehr Wert auf Auslandserfahrung gelegt. Auch für die Persönlichkeitsbildung sind Auslandsaufenthalte prägend. Deshalb ist es wichtig, dass behinderte Menschen auch bei Austauschprogrammen die gleichen Chancen wie nichtbehinderte haben.
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