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Der 31-jährige Student der katholischen Kirchenmusik aus Augsburg ist Nachfolger von Erika Reischle-Schedler, die nicht mehr kandidierte. Sechs Jahre hatte sie die Fachgruppe engagiert geleitet. 2005 krönte sie ihre Arbeit mit der Produktion der CD "Klangfarben". "Großartig ist ihre Kreativität und Zuverlässigkeit, und ich möchte ihr im Namen des Vorstandes aber auch ganz persönlich für das Geleistete danken", sagt Uwe Boysen, der 1. Vorsitzende des DVBS.
Stefan Albertshauser, der sein Studium voraussichtlich im Herbst dieses Jahres beenden wird, stehen auch weiterhin Antonio Michienzi und Michael Kuhlmann im Leitungsteam zur Seite. Die Wahl fand am Rande eines Seminars zu Chorleitung und Stimmbildung vom 18. bis 22. April 2006 in Wernigerode statt. Die Rückmeldungen zum inhaltlichen Teil klangen regelrecht begeistert. Das schreit nach Wiederholung.
19 Teilnehmer orientierten sich vom 5. bis 7. Mai 2006 in Bonn über die Rahmenbedingungen zur Gründung einer selbständigen Existenz. "Das Seminar aus der Reihe "Fit für den Job" war ein voller Erfolg", resümiert DVBS-Geschäftsführer Dr. Michael Richter. Mit Thomas Reichel aus Braunschweig, Marco Sraier (Dresden) und Heike Ackermann (Hamburg) wählten die Anwesenden das Leitungsteam der zwölften DVBS-Fachgruppe in spe.
Es ist Sache des Arbeitsausschusses, die Gründung der Fachgruppe "Selbstständige" formell zu bestätigen. Das Gremium tagt im November 2006 in Marburg. Doch da das Vorhaben auf der Arbeitsausschusssitzung Ende 2005 auf viel Wohlwollen stieß, geht Dr. Richter von einem "okay" aus.
Einstweilen wird eine Mailingliste eingerichtet. Etwa 20 Anmeldungen liegen hier bereits vor. Am 15. September soll im Rahmen der DVBS-Jahrestagung ein weiteres Treffen der Fachgruppe stattfinden. Alle Interessenten sind hierzu herzlich eingeladen. "In der Fachgruppe sollen jene DVBS-Mitglieder eine Plattform finden, die selbstständig tätig sind oder den Schritt in die Selbstständigkeit in Erwägung ziehen", erklärt Dr. Richter den Sinn der Aktivitäten.
In Bonn war man sich einig: Ein Schwerpunkt der Fachgruppenarbeit muss die Weiterbildung sein. Gewünscht werden insbesondere Seminare zu den Themenfeldern "Marketing", "Geschäftsplan" und "Fördermöglichkeiten". Richter sieht einen weiteren großen Vorteil: "Im DVBS gibt es Arbeitsrechtler, Wirtschaftsfachleute, Marketingexperten usw.; da gilt es, ein Netzwerk aufzubauen."
Neue Wege geht der DVBS in der Öffentlichkeitsarbeit. Der Verein produzierte ein Hörspiel, das auf unterhaltsame Weise klarmacht: Wer barrierefreie Webseiten programmiert, profitiert letztlich auch selbst. Er wird beispielsweise von Internet-Suchmaschinen leichter gefunden.
"Ein unidirektionales, virtuelles Märchen aus Düsseldorf", untertitelt der Autor des Stücks, Rainer Kersten, die ca. 24-minütige Unterhaltung einer personifizierten Suchmaschinensoftware und einem Internetseitenprogrammierer, der in seiner Arbeit auf vermeintlich moderne Techniken setzt. Das Stück wurde auf der Hilfsmittelmesse "SightCity" im Mai dieses Jahres uraufgeführt.
Zwei Versionen, eine erweiterte für Internet-Laien und die Ursprungsversion für Fachleute, finden sich auf einer CD, die beim DVBS-Textservice gegen Zahlung einer Schutzgebühr von 5,00 Euro erhältlich ist. Auf der CD finden sich außerdem u. a. ein Interview mit Rainer Kersten und eines mit Dr. Andreas Bock von LexisNexis. Der US-amerikanische Informationsprovider stellte nach seinem Eintritt in den deutschen Markt und der Entwicklung einer barrierefreien Produktversion verblüfft fest: Auch sehende Anwender arbeiten mit dieser Version schneller und effizienter.
"Antrag auf ..: Hilfen für Blinde und Sehbehinderte" ist die voraussichtlich neunteilige Serie überschrieben, die der stellvertretende DVBS-Geschäftsführer für die Fachzeitschrift der bundesdeutschen Augenheilkundler derzeit textet. Schon 2003 hatte Herbst eine siebenteilige Serie zu Blindheit und Sehbehinderung in Deutschland beim "Augenspiegel" abgeliefert. Die Redaktion wollte mehr. "Wir versuchen jetzt in komprimierter Form Augenärzten nahe zu bringen, welche Hilfen es gibt, wie sie wo beantragt werden und was sie selbst z. B. in ihrer gutachterlichen Tätigkeit tun können, um die Wege dorthin zu ebnen", erklärt Herbst. Eine anspruchsvolle journalistische Herausforderung.
Unterstützt wird der 40-Jährige dabei von Dr. Michael Richter und Dr. Herbert Demmel. "Michael erklärt mir zunächst die grundlegenden Zusammenhänge und Dr. Demmel lässt sich dann geduldig von mir löchern, ehe beide meinen Entwurf zum Gegenlesen bekommen", beschreibt Michael Herbst die Zusammenarbeit mit den beratenden Juristen. Juristischen Laien in verständlicher Form und in 4.700 Zeichen zu erklären, wie es sich mit der Kfz-Steuerbefreiung verhält, ist gar nicht so einfach", meint Herbst, "aber es geht".
"Wir sitzen oft zusammen und überlegen, welche rechtlichen Themen wir wie in die Öffentlichkeit transportieren können; das könnte man beinahe als DVBS-Kernkompetenz bezeichnen", gibt der für die Öffentlichkeitsarbeit des DVBS verantwortliche Herbst den Blick in den Arbeitsalltag der Geschäftsleitung frei. Das kommt an: Vermehrt wenden sich Augenärzte Rat suchend an den Verein, der "Augenspiegel" schaltet Werbeanzeigen des DVBS und längst ist ein gut funktionierendes Netz zu renommierten Augenmedizinern entstanden. Im August erscheint der fünfte Teil der Serie: "Blindengeld und Blindenhilfe".
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