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Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitglieder,
normalerweise ist diese Kolumne dazu da, ein wenig in die (nähere oder weitere) Zukunft zu blicken und etwas zu orakeln, was sie uns vielleicht bringen wird.
Heute möchte ich von dieser Übung ausnahmsweise abweichen und zwei Blicke in die Vergangenheit dieser Rubrik werfen.
In "Vorangestellt" des horus 5/2000 habe ich mir Gedanken dazu gemacht, ob wir im DVBS nicht das Thema Selbstständigkeit vertieft behandeln müssen. Gut fünf Jahre hat es gedauert. Aber die Saat ist ein wenig aufgegangen; denn im Mai dieses Jahres hat sich in Bonn eine Reihe von Personen gefunden, die sich im DVBS zu einer Gruppe der Selbstständigen zusammenschließen wollen. Natürlich freut es den Rufer, wenn er auch im eigenen Verein etwas gilt, und tatsächlich bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass wir eine solche Gruppe dringender brauchen denn je. Die Konkurrenz wird härter und da ist es eminent wichtig, einen guten Start zu erwischen, wenn es auch nicht gleich die Poolposition sein kann. Hoffentlich wird dieser Impuls zu einem kontinuierlichen Strom werden.
In der Ausgabe 6/2004 ging es um den Blindengeldkonflikt in Niedersachsen. Ich meinte damals, wir sollten nie vergessen, dass nicht wir diejenigen sind, die das Blindengeld abgeschafft haben. Allerdings sind es heute die Verbände der Blindenselbsthilfe, denen es tatsächlich in diesem Mai gelungen ist, das Blindengeld in Niedersachsen "zurückzuholen".
Wer bei der Bewertung dieser Leistung von dem Stand vor dem Kahlschlag ausgeht, dem werden 220 Euro wenig vorkommen. Wer aber bedenkt, dass es gegen den erbitterten Widerstand einer zu allem entschlossenen Landesregierung mit einem ehrgeizigen Ministerpräsidenten gelungen ist, eine verlorene Sozialleistung wieder einzuführen, der wird es als ausgesprochen positiv ansehen müssen, dass hier ein Schritt von null auf 220 Euro getan werden konnte.
Noch wichtiger ist es, dass wir eine Art Nimbus zurückgewinnen, nämlich den Nimbus, dass Blinden- und Sehbehindertenorganisationen im Blindengeldkampf (fast) unbesiegbar sind.
Wenn wir diese Siegesserie auch in Thüringen noch fortsetzen können, dann werden dadurch auch die Blindengelder in den anderen Ländern wieder erheblich sicherer, und dafür sollten wir unseren Kämpferinnen und Kämpfern in Niedersachsen und anderswo sehr, sehr dankbar sein.
Das meint jedenfalls
Ihr und Euer
Uwe Boysen
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