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Manche der Leserinnen und Leser mögen sich noch an den Artikel über den Aufbau und Start der Special Unit in Kangundo im Osten Kenias erinnern. Von 1999 bis 2002 war ich zu einem Arbeitsaufenthalt in Kenia; das wichtigste Resultat meiner Zeit dort war der Start dieser Unit im Jahr 2002.
Für die ersten vier Jahre hatte ich zur Konsolidierung einen Betrag von 1.000 bis 1.500 Euro pro Jahr zugesagt, der zum größeren Teil durch das beim DVBS geführte Sonderkonto, von mir noch ein wenig aufgestockt, auch regelmäßig in Kangundo ankam.
Dieser Anhang an eine reguläre Grundschule, 70 km östlich von Nairobi gelegen, begann im Jahr 2002 mit zwei Schülern - inzwischen sind es 16 geworden. Von vornherein hatte ich vor, einmal im Jahr wenigstens für ein paar Tage dort vor Ort zu sein und mir ein Bild über die weitere Entwicklung des Projekts zu verschaffen, und dies ist mir auch bis jetzt gelungen. Mein Gedanke hierbei ist nicht vorrangig Kontrolle über die Ausgabe von Spendengeldern - von meinem Gefühl her vertraue ich dem Direktor und dem Schulkomitee. Aber da die Schule erst seit kurzem auch blinde Kinder beschult, sind manchmal Debatten über den weiteren Fortschritt nötig - natürlich auch immer wieder die Frage, wie das Projekt finanziell auf stabile Füße kommt, nicht von dauernder Förderung abhängig ist. Aber das ist eben ein nur auf längere Sicht zu klärendes Thema; der Problemdruck konnte zwar gemindert, aber keineswegs behoben werden.
Verglichen mit 2004, war die Zahl der blinden Schülerinnen und Schüler von 12 auf 16 angewachsen, und in diesem Jahr war eine eigene Kindergartenklasse gestartet worden. Außerdem war in der Zwischenzeit je ein kleines Haus mit Duschen und Toiletten für Jungen und Mädchen gebaut worden, nur der Wasseranschluss war noch nicht gelegt.
Ursprünglich waren Mädchen und Jungen in einem kleinen Haus, in dem sie jeweils einen Raum hatten und in dem außerdem noch eine Kammer für die Erzieherin sowie ein Aufenthaltsraum für die Kinder war, untergebracht. Nun war aber das Dauerproblem der Unit gewesen, dass nur der kleinere Teil der Eltern in der Lage war, das Geld für die Internatsunterbringung - das ca. 80 Euro beträgt und vor allem die Essenskosten zu decken hat - aufzubringen. Im letzten Jahr waren es nur drei von 16 Eltern, die den kostendeckenden Satz bezahlt haben, die anderen brachten ein Viertel oder die Hälfte des geforderten Geldes oder einen halben Sack Mais oder Bohnen.
Um diesen finanziellen Druck zumindest zu mindern, entschied das Schulkomitee, auch Kinder dort aufzunehmen, die nicht sehgeschädigt sind - und von den Eltern einen 50 % höheren Satz zu verlangen. Der größere Teil der so zusätzlich im Internat aufgenommenen sind Mädchen aus den Abschlussklassen - die Eltern erwarten, dass sie, wenn sie nicht täglich zwei Stunden Schulweg zu bestreiten haben, einen besseren Schulabschluss am Ende der 8. Klasse machen werden und dies ihre Chancen auf den Besuch einer weiterführenden Schule erhöht.
Um nun genug Platz für insgesamt neun zusätzliche Internatsschülerinnen und -schüler zu haben, wurde ein Klassenraum zum Jungenschlafraum umgenutzt. Als ich von diesem Ansatz hörte, war ich zunächst skeptisch, ob nicht die Sehenden im täglichen Zusammenleben ihre Interessen gegen die der Blinden durchsetzen würden - aber der Direktor versicherte mir, dass allen zusätzlich Aufgenommenen klargemacht worden sei, dass dies weiterhin eine Wohneinrichtung für Sehgeschädigte ist und dass, wer sich daneben benimmt, damit rechnen muss, wieder nach Hause geschickt zu werden. Zwei Drittel dieser Nicht-Sehbehinderten sind ältere Mädchen; in einem afrikanischen Kontext werden sie eher als ältere Schwestern gesehen. Insofern ist auch dies eine Form der Integration - was ja der Grundgedanke bei einer Special Unit anstelle einer Sonderschule für Blinde ist - und zudem wird auf diese Weise Geld hereingeholt, um blinde Kinder aus armen Verhältnissen mit "durchfüttern" zu können - also eine rundum gelungene Idee ...
Auch in der inhaltlichen und pädagogischen Arbeit hat es wichtige Fortschritte gegeben, so dass zwei blinde Kinder in ihrer Jahrgangsstufe zu den Besten gehören (in einem Jahrgang sind etwa 120 Kinder).
Ich war erfreut und beeindruckt über die Fortschritte, die in den 14 Monaten seit meinem vorherigen Besuch erreicht worden sind. Nachdem die vier Jahre, für die ich die Anfangsförderung zugesagt hatte, nun um sind, will ich die Unterstützung nicht einstellen, halte es aber für vertretbar, den Förderbetrag zu halbieren und eine im Aufbau befindliche Blindenschule in Salaama, Uganda, zu unterstützen.
Ich werde in diesem Jahr zu Besuchen nach Kenia und Uganda reisen - natürlich auch wieder nach Kangundo - und anschließend sechs bis acht Monate an einer weiterführenden Schule in Ruanda, an der etwa 40 Blinde und Sehbehinderte unterrichtet werden, Punktschriftkurse für Lehrerinnen und Lehrer geben.
Da ich bis zur Veröffentlichung des Artikels schon wieder nach Afrika abgereist bin, können Sie sich bei Interesse oder Nachfragen nur per E-Mail an mich wenden: nokather@web.de
Dank möchte ich denen sagen, die diese Arbeit bis jetzt finanziell unterstützt haben. Da das Projekt in Kangundo weiterläuft und ich - soweit möglich - auch andere Kleinprojekte mit unterstützen möchte, sind auch weiterhin Spenden auf dem Sonderkonto 700 29 04 bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00 (Konto des DVBS), willkommen.
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