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Das ist neu, macht Spaß und erregt Aufsehen - blinde Menschen spielen Fußball. Mit einem Sieg der spanischen Mannschaft (amtierender Europameister) endete am 26. Mai das erste internationale Turnier im Blindenfußball, das es in Deutschland gab. Überhaupt wurde Blindenfußball hierzulande erstmals gespielt.
Der Paralympics-Goldmedaillen-Gewinner Brasilien musste sich im Endspiel mit 1:0 geschlagen geben. Hochkarätigen Sport boten auch die anderen beiden Weltklasse-Mannschaften aus Frankreich und England. Die britische Mannschaft hatte zuvor sehr erfolgreich rund 30 Sportlerinnen und Sportlern aus Deutschland die Grundzüge des Blindenfußballs vermittelt.
"Finden wir toll, dass es jetzt diese Möglichkeit für uns gibt, wollten wir schon lange", so oder so ähnlich war es von den deutschen Teilnehmenden am Workshop Blindenfußball zu hören.
Auf einem Nebenplatz des Berliner Olympiastadions wurde ausdauernd trainiert, nachdem der Britische Botschafter, Sir Peter Torry, Schirmherr des Workshops, symbolisch den Anstoß dazu gegeben hatte.
"Wir brauchen weitere Partner, die Blindenfußball in Deutschland vorantreiben", erklärte DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke gegenüber dbsv-direkt. "Wir stehen mit dem Deutschen Behindertensportverband in Kontakt und werden ihn bitten, Blindenfußball in sein Programm aufzunehmen. Das Ziel soll sein, möglichst bald auch ein deutsches Team zu internationalen Turnieren zu entsenden; vielleicht ja schon zu den Europameisterschaften 2007 und zu den Paralympics 2008. Auch mit dem DFB haben wir bereits Kontakt aufgenommen und hoffen auf seine tatkräftige Unterstützung", so Bethke.
An Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und bei den Medien mangelte es der vom DBSV in Kooperation mit dem Sozialverband Deutschland organisierten Veranstaltung nicht. Im Rahmen des Kaiser-Cups der Hamburg-Mannheimer war Gelegenheit, auf dem Potsdamer Platz zu demonstrieren, wie Blindenfußball funktioniert,
Danach Uwe Seeler - Schirmherr des Kaiser-Cups - gegenüber dbsv-direkt:
"Wie die blinden Spieler das Gefühl für den Raum haben, das finde ich faszinierend. Dafür ist unheimlich hartes Training notwendig. Dieses Feingefühl - auch beim Führen des Balles - das ist wunderbar. Ich hoffe, dass es mit dem Blindenfußball in Deutschland voran geht. Wir alle sind aufgerufen, ihn zu unterstützen. Ich hoffe, dass er hier eine Chance hat wie in vielen anderen Ländern."
Fazit: Workshop und Turnier haben aufhorchen lassen. Die Öffentlichkeit weiß jetzt mehr über Blindenfußball. Und wir fanden, dass junge Leute auch von Selbsthilfeorganisationen begeistert werden können. Die Kooperation mit dem Sozialverband Deutschland war sehr hilfreich. Jetzt wird es darauf ankommen, die Begeisterung wach zu halten und den Blindenfußball in Deutschland als populäre Sportart zu etablieren.
DBSV-Sozialreferent Reiner Delgado und sein Assistent Michael Boguslawski, die seitens des DBSV maßgeblich für den erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung sorgten, haben die erste Partie klar für sich entschieden. Trotzdem - und das ist gut so: Jetzt geht es in die Verlängerung!
Mehr zum Thema Blindenfußball gibt es unter www.ibcc2006.de; empfehlenswert auch die vertonte Bildergalerie bei ARD-online http://sport.ard.de/sp/fussball/; dort angekommen muss man allerdings etwas danach suchen.
Die "Gegenwart" wird in ihrer Juli-August-Ausgabe ausführlich berichten. Wer sich für Blindenfußball interessiert, bekommt mehr Informationen beim DBSV-Sozialreferat, Reiner Delgado; Telefon: 030 285387-24, E-Mail: r.delgado@dbsv.org.
DBSV-direkt vom 29. Mai 2006
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