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Seit 1991 unterstützt die blista die Arbeit von Ute und Georg W. Goerke, die versuchen, die Bildungschancen und die Lebensbedingungen von blinden Menschen auf den Nordbahamas zu verbessern. Einer Region, in der auf der einen Seite extremer Reichtum herrscht, auf der anderen Seite aber ein Großteil der Bevölkerung in unvorstellbarer Armut lebt. Als das Ehepaar Goerke 1991 erstmals in Freeport war, musste es feststellen, dass blinde Menschen versteckt und zum Teil wie Tiere gehalten wurden. Die Behörden behaupteten sogar allen Ernstes, sie würden keine blinden Bewohner kennen. Doch davon ließen sich die beiden nicht entmutigen. Sie waren unermüdlich unterwegs und fuhren wie Detektive von Haus zu Haus. Dabei wurden sie immer häufiger "fündig" und kamen in Kontakt mit jungen und alten Menschen, die ohne Selbstwertgefühl ihr Leben mehr schlecht als recht fristeten, die in Baracken hausten, in stetiger Gesellschaft mit Ratten und Ungeziefer. "Besonders erschrocken hat uns", so erinnert sich Georg W. Goerke, "der tief verwurzelte Glaube der Menschen, dass sie an ihrem Unglück selber Schuld tragen. Denn sie und ihre Angehörigen lebten im Bewusstsein eine "Schande" oder die "Strafe Gottes" für irgendwelche Sünden, die von Familienmitgliedern begangen worden waren, zu sein", erzählt er weiter.
Doch das Ehepaar aus Tübingen, sensibilisiert durch Kontakte zur blista und jahrelangen Ruderprojekten mit blinden Sportlern, ließ sich nicht entmutigen und ergriff die Initiative. Sie traten auch an die blista heran und baten um Unterstützung. Von ihr bekamen sie Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. Als besonders hilfreich und eigentlichen Durchbruch bezeichnet der frühere Manager den Besuch des ehemaligen Leiters der Reha-Abteilung der blista, Franz-Josef Esch, der in seinem Urlaub die Insel besuchte, und dann vor allem den mehrmonatigen Aufenthalt des Rehalehrers der blista, Gerd Rockwitz. "Rockwitz hat vielen die Augen geöffnet", sagt Goerke, "er hat Betroffene und Lehrkräfte geschult und gezeigt, was machbar ist. Er hat wichtige
Informationsschriften in Englisch verfasst und wurde nicht müde, in den örtlichen Medien klarzumachen, was ein blinder Mensch im Leben erreichen kann." Alle diese Bemühungen haben gefruchtet. Es gibt heute eine kleine staatlich geförderte Schule und es wurde der Verein "Hilfe für blinde und sehbehinderte Menschen der Nordbahamas" gegründet. Die Lebensbedingungen für blinde Menschen haben sich sichtbar verbessert. Doch vergangenen Herbst gab es einen großen Rückschlag. "Der Hurrikan Katarina hat erhebliche Schäden angerichtet und viele haben buchstäblich alles verloren", erzählt Goerke. Umso mehr freut er sich über die Spende in Höhe von 500 Euro, die ihm jetzt für die Arbeit des Vereins übergeben wird. Während des Eröffnungsgottesdienstes zum diesjährigen Ortenbergstegfest wurde für die Arbeit auf den Bahamas gesammelt. Ulrike Tadge, stellvertretende Vorsitzende der Ortenberggemeinde, und Pfarrer Harald Baumann von der evangelischen Gemeinde am Ortenberg, konnten diese Spenden jetzt übergeben.
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