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Ulrich Streicher: Trekker Erfahrungsbericht: Das GPS-Navigationssystem Trekker mit Schwerpunkt Außenbereich

GPS-Navigationssysteme empfangen Signale von Satelliten und errechnen hieraus den aktuellen Standort. Wir kennen das aus den in vielen Autos vorhandenen Navigationssystemen. Auf dieselbe Weise arbeitet auch Trekker.


Ich verwende den Trekker seit etwa acht Monaten, und habe seitdem nichts an Begeisterung für dieses System eingebüßt. Zuverlässig sagte er die Straßennamen meines Stadtteiles an, nennt die Himmelsrichtung und die vor mir liegende Kreuzung mit Straßennamen. Klar kann man auch ohne ein solches System zurechtkommen. Nur: Wenn man sich einmal verläuft - und mir passiert das selbst in eigentlich vertrauter Umgebung hin und wieder -, dann kann man sich mit dem Trekker ohne weiteres wieder orientieren. Es ist einfach entspannend und gibt Sicherheit, wenn 15 bis 20 Meter vor einer Kreuzung automatisch eine Ansage kommt. Dadurch muss man nicht schon vorher mit dem Stock nach der erwarteten Kreuzung suchen.


Den größten Gewinn bringt der Trekker für mich persönlich aber im Außenbereich, also auf Landwirtschaftswegen. In der Nähe meiner Wohnung gibt es ein großes Waldgebiet, das ich zwar gut kenne, in das ich aber ohne den Trekker niemals alleine gegangen wäre. Da die Waldwege in der mitgelieferten Trekker-Karte nur teilweise enthalten waren, haben wir mit meinen Kindern und Freunden die Kreuzungen abgefahren und die Wegpunkte für den Trekker festgehalten. Wenn ich nun in diesen Wald komme, kann ich mir aus meiner Liste die Wegpunkte der nächsten Kreuzung, zu der ich gehen will, heraussuchen. Trekker sagt mir die Entfernung und auch die Richtung, in der der gewünschte Punkt liegt. Wenn beispielsweise auf einem gerade verlaufenden Weg der Punkt 350 Meter entfernt liegt und 10 Grad zur Rechten, dann bin ich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Ist der Punkt allerdings 85 Grad zur Rechten, bin ich falsch abgebogen.



Ist ein selbst erstellter Wegpunkt erreicht, macht Trekker selbstständig die Ansage, und zwar im Unkreis von 10 Metern. Er wiederholt mir Namen oder Spachnotizen, die ich vorher erzeugt habe. Bei eindeutiger Namensvergabe weiß man dadurch auch im nicht kartographierten Gebiet genau, wo man ist.



Für unseren Trimm-dich-Pfad habe ich beispielsweise die Stationen so markiert, dass ich sie ohne große Sucherei in 10 bis 15 Meterm Umkreis finden kann. Genauer geht es im Wald wegen der Funkreflektionen nur im Winter, wenn die Bäume keine Blätter haben.



Trekker ist sicher ausschließlich für Personen geeignet, die eine gewisse PC-Begeisterung mitbringen. Denn ganz so einfach ist es nicht, aus den vorhandenen Informationen im nicht kartographierten Gebiet die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dies kann nur bei guten Ortskenntnissen und dem entsprechenden Vorstellungsvermögen gelingen. Wenn man den Bogen heraus hat, ist es aber eine super Sache!



Man darf allerdings keine Illusionen haben: Auch GPS bewahrt einen nicht davor, versehentlich in eine Hofeinfahrt hinein zu laufen oder sich auf einem Parkplatz zu verheddern. Aber man kommt anschließend wieder klar, weil Trekker die Orientierung gibt, ohne dass man fremde Hilfe braucht.



Bei schwierigen Straßenverhältnissen kann man - ähnlich wie für das oben beschriebenen Waldgebiet - eigene Orientierungspunkte festhalten, die man durch Umschalten des Navigationsmodus sozusagen anpeilen kann. Das ermöglicht vor allem auch das Überqueren von großen freien Plätzen, so dass man auf der anderen Seite den Fußweg im Rahmen der technisch möglichen Genauigkeit wieder finden kann. Kleinere Tricks beim Erstellen der Punkte können hier aber noch zusätzlich helfen.



Beeindruckend ist, dass die Himmelsrichtung, in die man gerade, geht praktisch schon nach zwei Schritten richtig angegeben wird.



Bei Ansagen im Stadtgebiet tauchen hin und wieder kleine Ansagefehler auf, vor allem wenn Straßen dicht bei einander liegen oder der Satellitenempfang durch Dächer oder hohe Gebäude abgeschirmt ist. Ich jedenfalls sehe das nicht so streng, denn an den physikalischen Grenzen des Funkempfangs kann man nichts ändern. Man beklagt sich ja auch nicht, wenn man im Keller keinen Radioempfang hat.



Wichtig ist noch, dass man im Tecker-Erkundungsmodus von jedem eigenen Standpunkt aus die Umgebung dank der Trekker-Karte erschließen kann. Wenn ich zum Beispiel in der Vogelgasse stehe und die Erkundung beginne, sagt mir Trekker - ohne dass ich mich fortbewegen muss - die vor oder hinter mir liegende Kreuzung. Wenn man dann den Cursor links drückt, folgt Trekker virtuell dem links liegenden Bachweg und gibt die dort liegende nächste Kreuzung an. Drückt man den Cursor nach oben, geht es geradeaus weiter bis zur nächsten Kreuzung mit jeweiliger Ansage der Straßennamen. So kann man sich problemlos einen Überblick über den Stadtplan verschaffen.



Man kann sich natürlich auch selbst eine Wegroute erstellen. Trekker sagt spätestens 10 Meter vor jeder Kreuzung an, in welche Straße und in welche Richtung es weitergeht - ähnlich wie es aus dem Kraftfahrzeugbereich bekannt ist. Obwohl ich selbst dies nicht so oft nutze, funktioniert es nach meiner Beobachtung sehr zuverlässig. Im Vorstadtbereich mit regelmäßiger Straßenführung gibt es kein Problem, aber wenn Kreuzungen dicht aufeinander folgen, wird es schwierig. Daran ist jedoch nicht das System schuld, sondern hier ist es wohl nicht möglich, anhand des Kartenmaterials die Gehrichtung eindeutig zu beschreiben. Ich habe mir in diesen Fällen mit selbst erstellten Hilfspunkten gut helfen können. Die Hausnummernansage unterscheidet keine Straßenseiten und ist allein grundstücksbezogen, weshalb man die Haustür eben doch suchen muss. Im dörflichen Bereich fehlen die Hausnummern meist.



Ganz wichtig ist aber noch, dass man im Bus oder der Straßenbahn den Empfänger an das Fenster halten kann. Im sogenannten "Fahrzeugmodus" werden die Namen der Seitenstrassen, an denen der Bus vorbeifährt, einigermaßen zuverlässig angesagt. Man kann sich also auch ohne Haltestellenansage eine Vorstellung machen, wo man ist. Vor allem mit den neuen Bluetooth-GPS-Empfängern hat man in diesem Punkt in den letzten Wochen gewaltig viel dazu gewonnen.



Das Kartenmaterial wird noch verbessert werden, und es soll bald die Möglichkeit geschaffen werden, die vielen kleinen zwar namenlosen aber kartographierten Wege selbst zu benennen.



Eine weitere sinnvolle Anwendung bietet sich am Bahnhof. Hier kann man Treppen einen Markierungspunkt geben. Kommt man aus dem Zug und läuft den Bahnsteig entlang, hat man einen guten Anhaltspunkt, wie weit der Treppenabgang noch entfernt ist. Weil Überdachungen natürlich den Empfang stören, muss man beim Erstellen des Punktes schon darauf achten, dass ein Stückchen Himmel sichtbar ist. Man kann auch durch Wiederholen der Punkterstellung versuchen, möglichst präzise die geografische Position zu erfassen. Ich war überrascht, wie genau mein selbst hinzu gekaufter SIRF-III-GPS-Empfänger im Bereich von 15 Metern gearbeitet hat. Sogar aus dem fahrenden Zug bekam ich die Ansage über den Treppenabgang, den ich gerade passierte. Mit Bushaltestellen geht das übrigens genauso, wenn sie einmal gekennzeichnet wurden.



In Stadtgebieten, in denen man mit Gehwegen links und rechts rechnen kann, bietet Trekker eine große Hilfe. Wenn man sich in der Stadt jedoch überhaupt nicht auskennt, bleibt es auch mit Trekker ein bisschen mutig - vor allem die vierspurigen Straßen machen die Fortbewegung für Fußgänger beim ersten Mal absolut schwierig.



Alles in allem hat mir Trekker ein großes Stück Freiheit gebracht: Sein größte Wert liegt für mich im Außenbereich, denn ich genieße das Laufen ohne Verkehrslärm, und das fast jeden Tag. Genauso wie JAWS und andere Systeme den Zugang zum Internet geschaffen haben, so ist Trekker die größte Erfindung für die Orientierung im Freien. Einen Führhund habe ich übrigens nicht - Trekker dürfte eine wertvolle Ergänzung zu einem Hund sein.



Zusätzlich zum Trekker kann man ein Programm namens Maestro erwerben, das eine Diktiergerätefunktion hat und Sprachnotizen erstellt. So kann man sich noch längere Notizen zur Umgebung machen, da genaue Beschreibungen markanter Punkte vor Ort sehr nützlich sind. Maestro hat eine ganz einfach gestrickte Textbearbeitungsfunktion. Dies heißt, man kann sich mittels der Braille-Eingabe etwas notieren - oder man kauft eine Falttastatur, die gut in die Jackentasche passt. Letzteres ist sehr viel komfortabler. Maestro bietet außerdem eine Kalenderfunktion, die mit dem Outlook-Kalender von Windows synchronisiert werden kann. Termine können eingegeben werden, die je nach Einstellung rechtzeitig vorher - wie bei einem Wecker - angesagt werden. Auch das Abspielen von auf einer SD- oder CF- Karte kopierten DAISY-Aufzeichnung ist mit Maestro möglich. Maestro funktioniert wirklich gut und deckt die meisten Wünsche ab.



Trekker arbeitet auch mit dem Zeitungs-Vorleseprogramm "Newsreader" zusammen, das die vom Heimrechner auf den PDA kopierten digitalen Zeitungen vorliest. Damit habe ich selbst jedoch keine Erfahrungen gesammelt.



Für Rückfragen und weitere Informationen, Vorführung, etc. können Sie sich an Herrn Rapp, Telefon: 06421 6209-52 von der Firma Papenmeier wenden.

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