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Gegen Abstriche bei der Berufsausbildung behinderter Menschen hat sich die Bundesbehindertenbeauftragte Karin Evers-Meyer ausgesprochen. "Blinde, gehörlose, gelähmte, hör- oder sehbehinderte Menschen mit einer qualifizierten Ausbildung haben viel größere Chancen Arbeitsstellen zu finden", sagte die Wilhelmshavener SPD-Bundestagsabgeordnete in einem dpa-Gespräch. Auch 50 Prozent der in den Berufsbildungswerken ausgebildeten Frauen und Männer hätten rasch einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz gefunden.
Daher solle die Bundesagentur für Arbeit alles dafür tun, damit Menschen mit Lernschwierigkeiten ohne bürokratische Hindernisse ebenfalls eine qualifizierte Ausbildung bekämen. "Dafür bieten die Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke die nötigen Voraussetzungen", sagte Evers-Meyer. "Einsparungen zu Lasten einer der Behinderung entsprechenden umfassenden Ausbildung, wie sie offensichtlich in der Bundesagentur für Arbeit erörtert werden, laufen den Absichten der Bundesregierung entgegen."
Dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, warf Evers-Meyer vor, mit unrichtigen Zahlen die Förderung behinderter Menschen am Arbeitsmarkt zu kompromittieren: "Die von Herrn Weise in einem Interview angegebenen 120.000 Euro pro Ausbildung in einem Berufsbildungswerk sind viel zu hoch gegriffen." Nach Informationen der Beauftragten liegen die Kosten einer dreijährigen Ausbildung mit Internatsunterbringung je nach dem gewählten Berufsfeld zwischen 82.000 und 105.000 Euro. Die reinen Ausbildungskosten ohne Unterbringung lägen bei 42.000 bis 61.000 Euro.
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