horus

Startseite > horus & Broschüren > 1/2007

horus & Broschüren

Suche

Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:

Suchbegriff:

Suchen in:


Jürgen Hertlein: Vorangestellt

liebe Mitglieder,

oft werde ich in letzter Zeit gefragt, wie ich mich in Anbetracht meines bevorstehenden Ruhestands fühle. Ich muss gestehen, es ist eine Mischung aus Zufriedenheit beim Zurückschauen, dem Willen, Gegenwärtiges noch aufzuarbeiten und den Erwartungen, was meine Zukunft betrifft.

Schaue ich zurück, so denke ich natürlich zunächst an meine Würzburger Zeit als Lehrer (1968 - 1973) und Leiter der Blindeninstitutsstiftung (1973 - 1978). Ich freue mich, dass die Einrichtung als Schule für blinde und sehbehinderte und zugleich körperlich bzw. geistig behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene heute national und international als führend anerkannt ist.

Und dann schaue ich zurück auf nahezu 30 Jahre als Leiter der Deutschen Blindenstudienanstalt. Ich konnte gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen und den Gremien der Einrichtung verantwortlich gestalten und mithelfen, die blista zu dem zu machen, was sie heute ist: Eine Einrichtung, die blinde und sehbehinderte junge Menschen zum Abitur führt und ihnen so über eine weitere Ausbildung bzw. ein Studium Möglichkeiten der Teilhabe in unserer Gesellschaft ermöglicht.

Mein Erinnerungsoptimismus hilft mir, schwierige Zeiten klein zu sehen und das Gute und Schöne in meiner beruflichen Laufbahn groß. Mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler haben in meiner Amtszeit ihr Abitur bestanden. Viele treffe ich auf Tagungen in wichtigen Funktionen der Selbsthilfe wieder. Es tut gut zu sehen, wie sie ihr Leben meistern. Sicher haben ihre Zeit an der Carl-Strehl-Schule der blista und die gute Arbeit der Kolleginnen und Kollegen aller Ressorts mit dazu beigetragen. Dafür bin ich rückschauend dankbar.

Ich habe viele interessante Mensch im nationalen und internationalen Umfeld des Blindenwesens kennen gelernt, früher als Akquisiteur der Produktionsabteilung der blista, in den letzten Jahren über eine Reihe sehr erfolgreicher EU Projekte unter Beteiligung vieler europäischer Länder. Die dabei gewonnenen Erfahrungen möchte ich nicht missen.

Während ich diese Zeilen schreibe, betrachte ich mein Büro. Die Gegenwart fordert mich noch. Letzte Vorgänge müssen bearbeitet werden, meinen Nachfolger, Herr Claus Duncker, möchte ich möglichst gut einarbeiten und die Schränke, in denen sich viel angesammelt hat, müssen gesichtet und auch geleert werden. Beim Betrachten der Gästebücher meiner Amtszeit kommen viele gute Erinnerungen, aber auch ein wenig Wehmut hoch. Dies alles ist nun für mich Geschichte.

Zuversichtlich bin ich, was meine Zukunft und die der blista betrifft. Ich selbst werde dem Blindenwesen auch weiter verbunden bleiben, als Mitglied der blista, als Vorsitzender der "Lothar und Ilse Seeber Stiftung" sowie der Stiftung "Hilfe für blinde und sehbehinderte Menschen der Nordbahamas e. V." und als Vorstandsmitglied der Stiftung Blindenstudienanstalt.

In der blista findet 2007 ein großer Wechsel statt. Der Vorstandsvorsitz wechselt, der Leiter der Carl-Strehl-Schule geht zeitgleich mit mir und einigen Kolleginnen und Kollegen in wichtigen Positionen in den Ruhestand. Im Wechsel liegen auch große Chancen. Die Grundlagen für eine positive Weiterentwicklung der blista sind gelegt: Schulneubau, hohe Schülerzahlen, ausgezeichnete inhaltliche Konzepte, finanzielle Stabilität, gute Liquidität, geringe Verschuldung und engagierte und kompetente Kolleginnen und Kollegen lassen mich mit Zuversicht in die Zukunft schauen.

Im Mittelpunkt allen Engagements stehen aber immer die blinden und sehbehinderten Menschen. Deren erfolgreiche Lebenswege zu sehen ist für mich Lohn für meine langjährige Arbeit in den Blindenorganisationen.

Bleibt mir zuletzt Dank zu sagen, Dank an die Kolleginnen und Kollegen, ohne die die blista nicht das wäre, was sie heute ist. Um den Bundespräsidenten Herrn Prof. Dr. Horst Köhler, der erst kürzlich die Deutsche Blindenstudienanstalt und den DVBS besuchte, zu zitieren: "Die blista ist eine gute Einrichtung. Sie ist ein Ort, den muss man pflegen und hegen, und da lassen wir auch nicht locker."

Danken möchte ich auch allen Verantwortlichen der Einrichtung, dem Verwaltungsrat, den Ressortleitern, den Gremien der Selbsthilfe, den Ministerien, der Stadt Marburg, den mit uns verbundenen Behörden für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Für den horus war ich während meiner gesamten Amtszeit Mitglied der Redaktion. Mein Dank gilt auch allen Redaktionsmitgliedern.

Ich verabschiede mich und wünsche der blista und den mit ihr verbundenen Einrichtungen eine gute Zukunft.

Ihr

Jürgen Hertlein

Zurück zum Inhalt von 1/2007 |horus im Überblick

[Startseite]  Startseite  | [Kontakt]  Kontakt  | [Impressum]  Impressum | [Hilfe]  Hilfe