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Besinnlichkeit, Feststimmung und Genugtuung herrschten am 4. Dezember 2006 im großen Saal des Berliner Rathauses, als die neue Dauerausstellung im Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt in würdigem Rahmen eröffnet wurde.
An authentischer Stätte verfügt das Museum jetzt über alle Räume, die seinerzeit für die Blindenwerkstatt genutzt worden waren. Otto Weidt, selbst fast blind, beschäftigte hier während der Zeit des Nationalsozialismus jüdische blinde und gehörlose Bürger als Bürstenmacher und setzte sich mit Zivilcourage für seine Werkstattmitarbeiter ein. Mit seiner Hilfe konnten jüdische Mitbürger vor dem Zugriff der Gestapo bewahrt werden.
Staatsminister Bernd Neumann, MdB, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, sagte in seiner Würdigung des Lebenswerkes von Otto Weidt: "Das zeigt, dass es Menschen gab, die mutig genug waren, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um andere zu retten. Für mich sind diese Helden Vorbilder, die wir dem Schatten der Geschichte entreißen, die wir würdigen und ehren sollten. Ich wünsche der neuen Dauerausstellung deshalb, dass sie möglichst großes Interesse in der Öffentlichkeit findet und viele Besucher anzieht. Ich hoffe, dass sich gerade junge Menschen Otto Weidt zum Vorbild und zum Beispiel nehmen."
Nachdem Inge Deutschkron, die selbst zwei Jahre in der Weidtschen Werkstatt als sehende Jüdin beschäftigt war, gesprochen hatte, erhoben sich die rund 300 Gäste der Feierstunde applaudierend von ihren Plätzen. Frau Deutschkron war es, die in jahrzehntelangem Bemühen dafür gesorgt hat, dass Otto Weidt nicht in Vergessenheit gerät.
Die Dauerausstellung ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Bei einem Berlin-Besuch sollten Sie das Museum - unmittelbar bei den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte - unbedingt besuchen.
Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt
Rosenthaler Straße 39,
10178 Berlin
Tel.: 030 28599407,
E-Mail: info@museum-blindenwerkstatt.de,
Internet: http://www.museum-blindenwerkstatt.de.
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