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Frankfurt am Main (kobinet) Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth hatte am 3. Dezember 2006 zu einer Feierstunde in den Kaisersaal des Frankfurter Römers geladen, bei der die neue Anni und Keyvan Dahesch-Stiftung vorgestellt wurde.
Trotz Vorweihnachtsstress waren über hundert Gäste der Einladung von Petra Roth zur Eintragung der Stiftung gefolgt. Sie machte in ihrer Würdigungsrede für die Stiftung auch deutlich, dass Keyvan und Anni Dahesch ihr persönlich in vielerlei Hinsicht über die Jahre hinweg die Augen geöffnet hätten. Nämlich dass man nicht schnell über vermeintlich andere Menschen urteilen oder sie gar abschieben dürfe. Durch sein vielfältiges Engagement, das vom Blutspenden über die Unterstützung von Wohltätigkeitsveranstaltungen bis hin zu einer engagierten Berichterstattung in den Medien reiche, habe der blinde Journalist Keyvan Dahesch viel für andere und die Stadt Frankfurt getan. Anni Dahesch habe zudem durch ihr vielfältiges Engagement immer wieder viel ehrenamtliche Energie in die Unterstützung anderer Menschen gesteckt, so zum Beispiel bei ihrem gewerkschaftlichen Wirken.
Tina Huckestein betonte in ihrer Laudatio, dass es überhaupt erst ein Porträt in der Süddeutschen Zeitung war, das Keyvan Dahesch über sie als Rollstuhl nutzende Journalistin geschrieben hat, das ihr die Tür zu ihrem heutigen Job beim Hessischen Rundfunk geöffnet habe. So habe der blinde Journalist auch vielen anderen behinderten Menschen Türen geöffnet und vor allem immer wieder Tabuthemen aufgegriffen, wie beispielsweise die Gewalt an behinderten Frauen - und dies bereits sehr früh.
Keyvan Dahesch führte in seiner Rede neben dem Dank an die Stadt Frankfurt für die Gründung der Stiftung und das Forum für deren Vorstellung aus, dass sich in Sachen Behindertenpolitik in den letzten Jahren viel getan habe. Er nahm dabei Bezug auf die Verfassungsänderung von 1994 und den Kampf für Gleichstellungsgesetze und die UN Menschenrechtskonvention, die von Menschen wie Theresia Degener und Horst Frehe entscheidend geprägt worden sei. Er beobachte jedoch auch, dass es zunehmend - und dies nicht zuletzt wegen der Finanznot der Kommunen - schwieriger werde, die Belange behinderter Menschen ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen und dafür zu sorgen, dass diese bei Entscheidungen auch berücksichtigt werden. Er hoffe, mit der Stiftung dazu beitragen zu können, dass die Betroffenen selbst entscheidend an den Prozessen beteiligt werden.
omp (kobinet-Nachrichten vom 04.12.2006)
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