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Rudi Ullrich: BAMBI für Kevin Barth: Blista-Schüler macht über Nacht bundesweit Furore

Die Medienresonanz auf die Verleihung des begehrtesten deutschen Medienpreises an den 13-jährigen sympathischen Gymnasiasten war unglaublich. Keine große Tageszeitung ohne sein Bild, kein Boulevardmagazin im Fernsehen und kaum ein Radiosender, in dem Kevin nach dem 30. November nicht zu sehen oder zu hören war. Schon während Kevins kleiner, cool und witzig vorgetragenen Dankesrede bei der Bambi-Verleihung gab es mehrfach spontan Applaus, und direkt nach der Sendung wurde ihm durch Äußerungen von Harald Schmidt, "…du hast mir ja die Show gestohlen", oder Thomas Gottschalk, "…heute habe ich ja wohl nur die zweitbeste Rede gehalten" selbst von Medienprofis Anerkennung gezollt.


Mir persönlich war eigentlich schon vor Kevins Auftritt klar, dass er der Star des Abends sein würde, wenn er das, was wir miteinander besprochen hatten, einigermaßen umsetzen könnte. Und das tat er mit Bravour. Da stand ein 13-jähriger zudem noch blinder Junge und war weder unsicher noch auf Mitleid aus. Erst ein Scherz über seine Behinderung, dann ein kecker Spruch zu seiner Klassenlehrerin und zum Schluss auf einmal ganz höflich, als er fast schüchtern sagte: "Und Sie, Herr Kahn, würde ich gerne mal treffen". In diesem Moment hätten viele Eltern einen solch sympathischen aufgeweckten und selbstsicheren Jungen am liebsten adoptiert, und viele Jugendliche wünschten sich, auch so "cool" zu sein zwischen all den Stars aus dem Fernsehen. Man hatte das Gefühl, dass für einen Moment die Behinderung in den Hintergrund trat, oder besser gesagt, die Zuschauer für einen kurzen Augenblick die Angst vor dieser Behinderung verloren. In diesem Sinne war der enorme Medienrummel nicht nur ein einzigartiges Erlebnis für Kevin und eine grandiose PR-Kampagne für die blista, sondern auch positive Öffentlichkeitsarbeit im Sinne blinder und sehbehinderter Menschen. Dafür müsste es eigentlich einen Preis geben.


Aber den BAMBI erhielt er für sein besonderes Engagement während der Fußballweltmeisterschaft. Gemeinsam mit mir hatte er während der gesamten WM ehrenamtlich Spielberichte für taubblinde Menschen verfasst. Diese Berichte wurden dann in Blindenschrift übertragen und in den "Tagesnachrichten für taubblinde Menschen" veröffentlicht, die vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) in Berlin herausgegeben werden.


In der Begründung der Jury heißt es: "Die BAMBI-Jury hat sich für Kevin Barth entschieden, weil er die WM für Fans erschlossen hat, die ohne ihn von dem Ereignis ausgeschlossen geblieben wären."

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