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Die Eifel kommt so bescheiden daher, dabei hat sie durchaus reizvolle und sehr unterschiedliche Landschaften zu bieten, wie wir in der Woche vom 24. Juni bis 1. Juli 2006 erfahren sollten. Wir, das waren fünf Vollblinde, drei Frauen und zwei Männer im Alter von 24 bis 75 Jahren, die sich zur Expedition Eifel angemeldet hatten. Für mich war auf meiner persönlichen Deutschlandkarte die Eifel ein weißer Fleck, und als ich dann von dem Reiseangebot "anders-sehn" mit Frau Susanne Hahn erfuhr, war ich neugierig und interessiert. Ich meldete mich sofort an. Um es gleich vorwegzunehmen, diese Reise war in allen Belangen außerordentlich gut und sorgfältig geplant, es gab keinen Pannen. Das Programm war vielseitig und ausgewogen, Körper und Geist wurden gleichermaßen gefordert. Frau Hahn war stets ansprechbar, kompetent und freundlich und für alle Fragen und Wünsche offen. Ein dickes Lob für sie.
Um Sie an dieser Reise teilnehmen zu lassen, führte ich Tagebuch und lasse Sie nun an einem besonderen Tag teilhaben:
Eine Wanderung über das Hochmoor am Hohen Venn stand auf dem Programm. Wir befanden uns hier in 693 Metern Höhe in unmittelbarer Nähe der belgischen Grenze, die wir bei unserer Wanderung einige Male überschritten, was allerdings niemand bemerkte. Nach dem einführenden Vortrag des Försters über die Entstehung des Moores ging es los: zwei Kilometer im Zickzack durchs Moor auf so schmalen Planken, dass gerade zwei Füße nebeneinander Platz hatten. Ich hielt mich krampfhaft am Rucksack meiner Begleiterin fest, nur nicht abrutschen oder danebentreten, denn immerhin verlief der Holzsteg etwa 50 Zentimeter über dem Erdboden. Alle paar Minuten hielten wir an, weil es etwas zum Erklären, Zeigen oder Befühlen gab: samtweiches Moos, in Blüte stehendes Wollgras oder einen fleischfressenden Sonnentau. Mit einem stethoskopähnlichem Instrument, das unser Förster an einen Baumstamm presste, konnten wir hören, wie Wasser durch die Baumadern nach oben stieg, faszinierend. Doch der Höhepunkt ganz anderer Art stand uns noch bevor. Ein Gewitter zog auf, bald goss es in Strömen und in kurzer Zeit waren wir nass wie die Katzen. Doch unseren Förster störte das nicht, er war unerbittlich, wir befühlten also weiterhin Pflanzen, Büsche und Bäume. Wir seien ja schließlich nicht zum Vergnügen hier, meinte er schmunzelnd. Als wir endlich im Gasthaus ankamen, sinnigerweise hieß es "Zum nassen Hof", holte unser Förster aus seiner "rollenden Waldschule", die in einem Autoanhänger untergebracht war, eine große Anzahl ausgestopfter Tiere herbei, vom Fuchs bis zum Wolf, von der Maus bis zum Marder, vom Spätzchen bis zum Steinadler, unserem Wappentier. Ein Fuchsjunges mit seinem seidenweichen Fell hatte es mir angetan, das hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen.
Außerdem waren wir im Nationalpark Eifel, wo wir von Rangern begleitet wurden, in einer Senfmühle in Monschau, im Städtchen Gemünd bzw. am Rursee und im Kloster Maria Wald.
Wer mein ausführliches Tagebuch lesen möchte, kann es gerne bei der Veranstalterin, Susanne Hahn, anfordern. Die nächste Eifelreise findet vom 3. bis 9. Juni 2007 statt.
Informationen hierzu gibt es bei
Susanne Hahn M. A.,
Telefon: 06421 165090, E-Mail: anders-sehn@web.de, www.anders-sehn.de
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