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Vom 13. bis 15. Oktober 2006 fand das zweite Psychodramaseminar in Bad Endorf, einem kleinen Ort in der Nähe von Rosenheim statt. Der Wunsch nach diesem Folgeseminar wurde auf dem vorangegangen Sozialwesenseminar, das vom 30. September bis 2. Oktober 2005 in Stein bei Nürnberg stattfand, an die Leiter/innen Eva-Maria Glofke-Schulz (Diplompsychologin) und Berndt Kühnel (Psychodramatherapeut) herangetragen. Diesen Wunsch griffen die beiden auf und luden nun Interessierte ins Tagungshaus "Alter Ziehbrunnen" ein.
Für uns alle war es ein ereignisreiches, fast übervolles und vielseitiges Wochenende mit netten Leuten, in sehr schöner Umgebung, in einem liebevoll umgestalteten alten Bauernhaus, das auf Schritt und Tritt die Kreativität des Besitzers ausstrahlte, gerade passend für unsere kleine Gruppe mit zehn Teilnehmerinnen.
Nach der Kennen-Lern-Phase und dem Warming-up am Freitagabend, zeigten sich drei Teilnehmerinnen bereit, eine Situation aus ihrem Privat-/Berufsleben, die sie als belastend empfanden, im Psychodrama in Szene zu setzen.
Die Spiele fanden in drei Sequenzen statt, Samstag vor- und nachmittags und Sonntag morgens.
Die Protagonistinnen brachten jeweils in kurzen Szenen Konflikte und Probleme aus ihren Leben auf die Psychodrama-Bühne. Die Gruppenmitglieder halfen dabei als Antagonisten (Mitspielerinnen/Rollenspiel) die Handlung in Gang zu bringen und den Konflikt darzustellen, zu bearbeiten und neue Lösungen zu suchen. In der anschließenden Auswertungsphase wurde über das Erlebte gesprochen. Die Zuschauer- und Mitspielerinnen schilderten Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben, um der Protagonistin zu zeigen, dass sie mit ihrer Erfahrung nicht allein ist.
Abgerundet wurden die Spiele jeweils von einer Imaginationsübung, die Eva-Maria Glofke-Schulz anleitete. Auf diese Art bekam jedes Spiel eine sehr harmonische Struktur und alle Teilnehmerinnen hatten die Gelegenheit, das Erlebte gut zu verarbeiten.
Die drei Spiele haben uns alle sehr berührt und in jeder von uns ganz persönliche Themen, Schwierigkeiten und Ängste angesprochen. Es entstand ein ausgesprochen intensiver und persönlicher Austausch. Im Vordergrund standen Themen, die die Blindheit berühren. Es wurde als sehr entlastend empfunden, dass wir alle ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Im Alltag gibt es nur sehr selten die Möglichkeit über blindheitsspezifische Schwierigkeiten zu sprechen, da wir uns doch vorwiegend in Kreisen Nichtbehinderter bewegen.
So wurde in der Abschlussrunde des Seminars von den Teilnehmerinnen auch ausnahmslos der hilfreiche und befreiende Charakter dieses Seminars hervorgehoben und der Wunsch geäußert, das Seminar zu wiederholen, zu vertiefen und zu einer festen Einrichtung werden zu lassen.
Entsprechend des einstimmigen Wunsches der Seminarteilnehmerinnen, möchten wir daher anregen, die "Bad Endorfer Selbsterfahrungstage" mit Eva-Maria Glofke-Schulz und Berndt Kühnel als feste jährliche Einrichtung in das Seminarangebot des DVBS mit aufzunehmen.
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