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Werner Krauße: Erste Erprobung von Windows Vista mit den Screenreadern Window Eyes und Jaws

Inhalt:

  1. Das Betriebssystem Windows Vista
  2. Systemsicherheit
  3. Ist der Umstieg auf Windows Vista jetzt zu empfehlen?
  4. Office 2007
  5. MS Outlook
  6. Vista und Vergrößerungssoftware

Seit 18. Juli 2007 ist bei mir ein Rechner (Laptop) mit Windows Vista Enterprise und Office 2007 Enterprise im Dualmodus zusammen mit Windows XP Pro installiert. Hier ein erster Bericht, den ich noch nicht "Erfahrungsbericht" nennen möchte, sondern "erste Eindrücke".

1. Das Betriebssystem Windows Vista

Öffnet man das Startmenü, so erscheint als erster Menüpunkt "Suchen". Dieser Menüpunkt ist ein echter Gewinn gegenüber früheren Windows-Versionen. Man kann hier Programme ebenso suchen, wie Dateien und Auswahlpunkte der Systemsteuerung usw. Um sich Dokumente auflisten zu lassen, benötigt man nur einen Begriff, der in dem Dokument vorkommt. Allerdings muss man darauf achten, dass bei einem sehr allgemeinen Begriff, eine sehr große Liste erscheint. Gibt man beispielsweise "Word" ein, erscheint zunächst "Microsoft Word" und darunter "Wordpad". Mit Enter kann das entsprechende Programm gestartet werden. Dieser Suchenmenüpunkt ist wirklich eine große Hilfe. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass dieser Punkt nur erscheint, wenn man die Windows Vista-Ansicht bestehen lässt. Stellt man auf "klassische Ansicht" um, fehlt er.

Im Startmenü, das bekanntlich in zwei Spalten erscheint (links häufig benutzte Programme, rechts die restlichen Startmenüeinträge), gibt es auch wiederum einige Änderungen. Der Menüpunkt "Eigene Dateien" heißt jetzt "Benutzername" (gemeint ist der installierte Benutzername des Anwenders), in meinem Fall "Krausse". Ferner heißt das Programm "Arbeitsplatz" jetzt "Computer" usw.

Ferner fällt auf, dass einige Shortcuts (Tasten zum schnelleren Erreichen von Programmen im Startmenü) geändert wurden. So wird die "Systemsteuerung" nicht mehr mit dem "y", sondern mit dem Buchstaben "s" erreicht. Das heißt, umlernen!

Ebenso sind einige Einträge in der Systemsteuerung anders benannt. Z. B. heißt der Menüpunkt "Software" jetzt "Programme und Funktionen" usw. Auch die Bedienung/Funktionen innerhalb eines solchen Menüpunktes hat sich geändert. Um ein Programm beispielsweise zu deinstallieren, geht man nicht mehr mit der Tab-Taste auf den entsprechenden Eintrag und bestätigt, sondern man muss die so genannte Kontextmenütaste drücken; hier findet man dann "deinstallieren".

Neu ist auch die so genannte "Sidebar". Das ist ein Fenster auf der rechten Seite des Bildschirms, in dem Minianwendungen laufen; z. B. die CPU-Auslastung, das aktuelle Wetter usw. Öffnet man nun eine Anwendung, wird dieses Fenster nicht weggeschaltet, sondern es bleibt rechts stehen, der Text ist jedoch darunter weiter sichtbar "durchscheinend".

Abschließend zu Windows Vista möchte ich noch auf den Info-Bereich hinweisen. Dieser kann mit der Tastenkombination "Windowstaste+b" aufgerufen und mit den Pfeiltasten durchgegangen werden. Verwenden Sie diese Tastenkombination, da die screenreadereigenen oft nur einen reduzierten unvollständigen Info-Bereich zeigen. Dies können JAWS-Benutzer sehr leicht prüfen, indem sie mit der Tastenkombination "Einfügen+F11" den Info-Bereich durchgehen und dann mit der Tastenkombination "Windowstaste+b".

2. Systemsicherheit

Windows Vista soll einen wesentlich höheren Sicherheitsstandard haben. Der Benutzer bemerkt dies sehr schnell an den vielen Abfragen. Bei sehr vielen Betriebssystemfunktionen (Öffnen eines Ordners, Kopieren einer Datei in einen anderen Ordner, Löschen usw.) erreicht man sein Ziel nur dann, wenn man die Sicherheitsabfragen von Windows richtig beantwortet. Da dies lästig sein kann, ist es möglich, in der Systemsteuerung diese Abfragen abzuschalten. Damit wird allerdings die viel beschriebene Sicherheit zum Teil reduziert.

Zum Punkt Systemsicherheit "Systemwiederherstellung" ist zu beachten, dass, wenn man im so genannten Dual-Boot-Modus arbeitet, nach dem Start von Windows XP die gesetzten Punkte für die Systemwiederherstellung gelöscht werden. Wer nur unter Windows Vista arbeitet, hat dieses Problem selbstverständlich nicht.

Zum Schutz gegen Trojaner und Spyware ist standardmäßig der so genannte "Defender" installiert und aktiv. Er ersetzt jedoch keinen Virenscanner!

3. Ist der Umstieg auf Vista jetzt zu empfehlen?

Ich denke, an die Neuerungen und Änderungen kann man sich relativ schnell gewöhnen. Allerdings rate ich noch nicht zum Umstieg, da Windows Vista derzeit nur von den Screenreadern

JAWS 8 (noch nicht freigegeben) und

Window-EYES 6.1 (Vollversion)

unterstützt werden.

Ich teste derzeit mit den beiden genannten Screenreadern. Zunächst hatte ich  versucht, zwei Screenreader auf einem System zu installieren, wie das unter Windows XP aufgrund der so genannten DCM-Technik noch sehr gut funktionierte. Das klappt jedoch unter Windows Vista nicht mehr so gut. Man merkt sehr schnell, dass die Funktionalität eingeschränkt ist und die Anzeige von Text und/oder Windowselementen unzuverlässig wird. Dies änderte sich wieder, nachdem ich nur einen Screenreader auf einem Rechner laufen ließ.

Außerdem habe ich bemerkt, dass Windows Vista deutlich langsamer arbeitet als Windows XP Pro. Systemvoraussetzungen sind ein Dual-Core-Prozessor und mindestens 2 GB Arbeitsspeicher. Sie können sich auf der Webseite:

http://www.netzwerktotal.de/vistavoraussetzungen.htm

sehr genau und detailliert über die Voraussetzungen informieren, die gegeben sein müssen, damit Windows Vista auch richtig lauffähig wird.

Und ich denke, es ist noch ein gutes Stück Entwicklungsarbeit erforderlich, bis man weitgehend problemlos unter Windows Vista arbeiten kann. Dasselbe gilt selbstverständlich auch und noch mehr für Office 2007, das neue Officepaket von Microsoft.

4. Office 2007

Was ist mir hier vor allem aufgefallen?

Es gibt keine so gewohnte Menüführung mehr. Der Ersatz für das Hauptmenü heißt jetzt "Multifunktionsleiste" und enthält so genannte Registerkarten. Durch diese "Menüs" geht man nicht mit den Pfeiltasten, sondern mit der Tabulatortaste. Dabei gibt es relativ wenig Untermenüpunkte innerhalb eines solchen Menüs; diese sind weitgehend eigene Menüpunkte, was sie sehr lang macht. Alle Menüpunkte sind auch über so genannte Hotkeys (Tastenabfolgen) erreichbar. Tastenabfolgen heißt, dass man, um beispielsweise die "Normalansicht" einzuschalten, die Tasten "ALT", "f", "e" nacheinander drücken muss. Diese neue Oberfläche und Steuerung der einzelnen Programmfunktionen erscheint mir noch sehr unübersichtlich und erfordert ein Auswendiglernen vieler Tastenabfolgen.

Beruhigend für Umsteiger ist, dass fast alle alten Tastenkombinationen noch gehen (Umschalt+STRG+f für fett usw.).

Anzumerken ist außerdem, dass einige der alten Menütastenkombinationen auch unter Office 7 noch wirksam sind (Beispiel: in MS Word: ALT+x, o für Extra Optionen).

Innerhalb der Dialoge sind nicht mehr alle Unterdialogfenster mit Tastenkombinationen erreichbar. Hier muss man mit der Tab-Taste durchgehen, was z. B. bei den Dialogen "Öffnen" sowie "Speichern unter" sehr viele Tastendrücke bedeutet, da diese Dialoge sehr umfangreich geworden sind. Allerdings gibt es auch schöne Sachen in Office 2007. Wenn man in MS Word die Statuszeile nicht mehr am Fensterende findet, muss man sich erst mit der ALT-Taste in die so genannte Multifunktionsleiste schalten und dann  mit STRG+Tab in die Statuszeile gehen; so bietet das Kontextmenü an dieser Stelle die Möglichkeit, nur gewünschte Informationen dort sichtbar zu machen und unnötige Anzeigen herauszunehmen.

Etwas ist noch anzumerken; die Dateiendungen (Suffic, Extension) besteht nicht mehr aus drei Buchstaben "*.doc", "*.dot", "*.xls" usw., sondern aus vier Buchstaben "*.docx", "*.dotx", "*.xlsx" usw.

5. MS Outlook:

Abweichend zu den meisten Microsoft-Applikationen im Office 2007-Paket fällt auf, dass hier die althergebrachte Menüführung und Pulldownmenüs noch vorhanden sind. Änderungen gegenüber früheren Versionen findet man erst, wenn man etwas genauer hinschaut, z. B. im Terminkalender oder im Adressbuch.

Soweit mein erster Eindruck über Windows Vista auf der einen und Office 2007 auf der anderen Seite. Ich empfehle, außer zu Testzwecken, mit dem Umstieg noch zu warten, bis die Screenreader weitgehend alle Funktionen unterstützen und bis selbstverständlich die derzeit auf dem Markt gängigen Screenreader das neue Betriebssystem und Officepaket unterstützen.

6. Vista und Vergrößerungssoftware

Zu den Bildschirmvergrößerungsprogrammen kann ich nicht sagen, welche Windows Vista und Office 7 bereits unterstützen und wie das Zusammenspiel mit einem Screenreader funktioniert. Recherchen hierzu ergaben:

Die ersten beiden Befehlslisten für

sind fertiggestellt.

Derzeit findet man sie nur auf meiner Homepage:

http://www.Werner-Krausse.de

Link "zur Startseite" und anschließend im Navigationsrahmen den Link Befehlslisten für Windows Vista und Office 2007 anklicken. dort finden sich dann zwei Einträge für die genannten Listen.

Ich habe sie wieder so zusammengestellt, wie ich auch die früheren ausgearbeitet habe.

Außerdem habe ich vor, sie wieder dem BIT-Zentrum zur Verfügung zu stellen.

Weitere werden zum Jahresanfang 2008 und im Laufe des Jahres folgen. Ich werde dies dann entsprechend mitteilen.

Wer Fragen hat, mein Kenntnisstand ist allerdings auch noch sehr begrenzt, kann sich gerne an mich wenden:

Werner Krauße

Fachberater und Trainer

für Informations- und Kommunikationssysteme

für Blinde und stark Sehbehinderte

Ludwig-Heigl-Straße 5

94526 Metten

E-Mail: info@werner-krausse.de

Internet: www.werner-krausse.de

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