



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
Die Leipziger Gustav-Adolf-Straße 7 ist als Heimat der Deutschen Zentralbücherei für Blinde und Sehbehinderte (DZB) Produktionsstätte für Blindenschriftliteratur und Hörbücher. Was viele nicht wissen: Dort, wo sich heute Bibliothek, Verlag und Druckerei befinden, war einst eine Höhere Israelitische Schule untergebracht.
Am 25. Juni 1913 wurde das Schulgebäude durch den Leipziger Gemeinderabbiner und Gründer Dr. Ephraim Carlebach eingeweiht. Zu den Einweihungsfeierlichkeiten reisten führende Repräsentanten der deutsch-jüdischen Orthodoxie und viele andere an. 1933 veränderte sich die Situation der Schule: Sie wurde fortan "Jüdische Schule" genannt und als Notquartier für vertriebene Juden genutzt. 1939 wurde das Haus zum so genannten Judenhaus. In vier Klassenräumen auf jeder Etage und auch in kleinen Räumen lebten auf engstem Raum jüdische Familien bis zur Deportation ins Vernichtungslager. 1942 wurde die Schule geschlossen.
Seit 1954 ist in dem Gebäude die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig untergebracht. Eine Dauerausstellung im Gebäude der ehemaligen Höheren Israelitischen Schule gedenkt ihrer Geschichte und der Menschen, die sie geprägt haben. Mit Bildern, Dokumenten und Begleittexten wird den Besuchern der DZB die als "Carlebachschule" bekannte Bildungseinrichtung sowie auch ein schmerzlicher Teil Leipziger Geschichte vor Augen geführt und dem Vergessen entrissen. Die Ausstellung ist seit dem 11. Juli 2007 während der DZB-Öffnungszeiten frei zugänglich. Sie ist als Broschüre im A 4-Format, 34 Seiten, Spiralbindung, in Blindenschrift erhältlich, kann vor Ort gelesen werden, ist aber auch käuflich (3 Euro) zu erwerben.
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Telefon: 0341 7113-131 / 0341 7113-239, Fax 0341 7113-125
Gustav-Adolf-Straße 7, 4105 Leipzig
E-Mail Katja.Hoffmann@dzb.de; Internet: www.dzb.de
Zurück zum Inhalt von 5/2007 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe