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Roland Koch möchte Zeichen setzen
Die hessische Staatskanzlei in Wiesbaden hat als erstes Regierungsgebäude in Deutschland einen speziellen Rundgang für blinde und sehbehinderte Besucher eingerichtet. Das historische Bauwerk mit seinen Räumen und Kunstwerken sei für Blinde erlebbar gemacht worden, sagte Ministerpräsident Roland Koch bei der Vorstellung des Projektes. Das Führungskonzept, ertastbare Gebäudepläne und ein Modell sowie erläuternde Broschüren in Blindenschrift bzw. im DAISY-Format, hat die Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) erarbeitet.
"Das ist ja ein Kunstwerk", sagte die blinde Erika Fleuren, frühere SPD-Landtagsabgeordnete, als sie mit den Fingern über das Stuckrelief einer Rose streift. In dem früheren Grandhotel "Rose" seien an vielen Stellen Rosen als Verzierung angebracht, erläuterte Koch.
Alle lauschten, als hoch über den Köpfen der Gongschlag von Big Ben ertönte. Das Signal soll die Höhe des fünfstöckigen Treppenhauses hörbar machen.
Es gebe eine Fülle von Gesetzen zur Gleichstellung von Behinderten, sagte der blista-Vorsitzende Claus Duncker. "Aber was nützt das, wenn man keine Leute hat mit Ideen?" Deshalb dankte er der Landesregierung ausdrücklich für das Projekt und die auch ansonsten hervorragende Unterstützung. Auch Dieter Müller, Vorsitzender der Bezirksgruppe Wiesbaden des Hessischen Blinden- und Sehbehindertenbundes, lobte den neuen Rundgang: "Man hat ja keine Vorstellung, wie so eine Einrichtung funktioniert."
Koch hoffte auf eine Vorbildfunktion des Projekts. "Wir wollen einen Weg beginnen, der zur Selbstverständlichkeit werden soll", sagte er. Interessierte können bei Herrn Sieben unter Telefon 0611 323619, Fax 0611 323879 oder per E-Mail besucher@stk.hessen.de einen Besichtigungstermin vereinbaren.
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