



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
Marburg. Mehr als 100 Gäste kamen gestern zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den früheren Direktor der Deutschen Blindenstudienanstalt, Stadtrat Jürgen Hertlein.
Sein verschmitztes Lächeln und seine freundliche, aber dennoch deutlich nachdrückliche Art hat Jürgen Hertlein schon so manches Mal geholfen, in Wiesbaden und andernorts Geld locker zu machen. Geld für die Belange zahlreicher Vereine und Gruppen, insbesondere für diejenigen Initiativen, die sich für blinde und sehbehinderte Menschen einsetzen.
Als Anerkennung für sein Engagement erhielt er gestern das Bundesverdienstkreuz am Bande, das ihm die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) im Stadtverordnetensitzungssaal überreichte.
Die Marburger Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) zeichnete Hertleins beruflichen Werdegang nach, der eng mit seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten verbunden ist. Der 65-Jährige war 29 Jahre lang, bis zum Frühjahr 2007 Direktor der Deutschen Blindenstudienanstalt, die ihren Sitz in Marburg hat.
"In seiner Funktion als stellvertretender Landesvorstand des Paritätischen Bildungswerks Hessen ist es ihm gelungen, seine verbindliche Art, sein Wissen und seine Auffassungsgabe um die Probleme behinderter Menschen einzusetzen", sagte Weinbach.
Engagement für den Sport
Seit Mai vergangenen Jahres engagiert sich der Sozialdemokrat als ehrenamtlicher Stadtrat auch kommunalpolitisch. In der Öffentlichkeit tritt sein Engagement für den Sport noch stärker in Erscheinung: Die Vereine Sehgeschädigten-Sportgemeinschaft Blista und der BC Marburg - Blue Dolphins sind untrennbar mit der Person Hertleins verbunden. Ministerin Wolff würdigte Hertleins Fähigkeit, seine Kontakte zu Politik und Wirtschaft zum Wohl der Vereine einzusetzen. "Jürgen Hertlein besitzt das Talent, Sponsoren klar zu machen, dass sie nicht aus der Falle kommen, wenn sie nicht zahlen", sagte Wolff in ihrer Laudatio.
Es sei kein Zufall gewesen, dass Bundespräsident Horst Köhler im Dezember die blista besuchte. "Vielleicht war das eine Krone Ihres beruflichen Werdegangs", sagte die Ministerin zu Hertlein.
Sie hob zudem Hertleins Fähigkeit hervor, Prioritäten zu setzen. Wolff nannte kleine Beispiele mit großer Wirkung: Hertlein habe einmal durch das schnelle Beschaffen eines Maßbandes dafür gesorgt, dass ein Rekord festgehalten wurde - er wäre sonst nie als solcher bemerkt worden. Die 130 internationalen Titel der SSG seien mit Unterstützung Hertleins erzielt worden. "Hertlein herrscht nicht in seinem Verein, sondern bringt sich voll ein." Zahlreiche weitere Ehrenredner würdigten vor rund 100 Gästen Hertleins Fähigkeiten und Leistungen. Die blinde Pianistin Anja Braun, die gemeinsam mit Dr. Roland Stephan das musikalische Programm gestaltete, bezeichnete sich als eine von zahlreichen blista-Schülern und -Schülerinnen, die von Hertleins Leistungen profitieren konnte.
"Als ich die Nachricht erhielt, dass Sie das Bundesverdienstkreuz erhalten, war dies ein Schock für mich - ein positiver", sagte sie. Dieser Humor macht aus dem verschmitzten Lächeln Hertleins ein Lachen.
(Aus der Oberhessischen Presse -OP- vom 9. August 2007)
Zurück zum Inhalt von 5/2007 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe