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Die deutsche Vergangenheitsbewältigung hat mittlerweile das Jahr 1968 erreicht und anlässlich der Bedeutung dieses Jubiläums wurde entsprechend viel publiziert. Die meisten der Bücher sind Selbstbeschreibungen der damaligen Aktivisten, die sich zu Gute halten, die damalige Bundesrepublik demokratisiert und die Lebenslügen ihrer Eltern entlarvt zu haben. Kurz gesagt, die heutige Republik wäre eine andere, wenn es SIE damals nicht gegeben hätte. Ein darstellbares "68"-Feeling gehört heute zum guten Ton. Wenn man sich die unterschiedlichen Rückblicke zu Gemüte führt, kommt einem der alte Schlager in den Sinn: "Schön war die Zeit".
Das es auch anders geht, beweist das Buch von Götz Aly: "Unser Kampf".
Hier schreibt jemand, der damals aktiv dabei war, jedoch keinen Beitrag zur Verklärung leisten möchte. Ganz im Gegenteil. Er sieht vielmehr Parallelen zwischen der "68iger"-Bewegung und der Generation ihrer Eltern, die sie so erbittert bekämpft haben. Beide verachteten den Kompromiss und den Pluralismus und liebten den Kampf und die Aktion, behauptet Aly in seinem Buch. In einem Interview sagt er über seine damaligen Mitstreiter: "Diese Studentengeneration hatte etwas Elitäres, auch Narzisstisches. Aus dieser selbstverliebten Revolte gingen Menschen hervor, die sich immer auf der besseren Seite der Geschichte sahen. Ohne selbst eine reale Leistung erbracht zu haben, kultivierten sie ein moralisches Überlegenheitsgefühl."
Man muss die Einschätzungen von Götz Aly nicht teilen, um Gewinn aus der Lektüre dieses Buches zu ziehen. Er ist der einzige, der die Akten des Bundeskanzleramtes, des Innenministeriums und des Verfassungsschutzes als Quellen für sein Buch benutzt hat, so dass man die Urteile, die Aly daraus zieht, sehr gut überprüfen kann.
Götz Aly: "Unser Kampf" ist als Hörbuch im DAISY-Format in der Deutschen Blinden-Hörbücherei Marburg. Bestellnummer: 15657. Bestellt werden kann es auch per Telefon (06421 6060), per Fax (06421 606259) oder per E-Mail (info@blista.de).
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