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Das Herzland Asiens, eingebettet von China, Iran, Pakistan und den zentralasiatischen Republiken, fasziniert vor allem durch betörende Landschaften und spröde Unzugänglichkeit. Vor Reisen nach Afghanistan warnt des Auswärtige Amt dringend und plastisch: "Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein". Die medizinische Versorgung sei vor allem auf dem Lande "nahezu nicht existent".
Die beiden Spiegel-Autoren Susanne Koelbl und Olaf Ihlau haben das Land seit dem Fall der Taliban schon aus beruflichen Gründen immer wieder bereist. Sie haben Menschen aller Gesellschaftsschichten interviewt, ob Bauern, regionale Stammesfürsten oder Präsident Hamid Karzai. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen Koelbl und Ihlau in ihrem Buch "Geliebtes, dunkles Land: Menschen und Mächte in Afghanistan" vor.
Umso verwirrender die Konflikte um und in Afghanistan scheinen, umso wichtiger wird es, sich mit dem Land und seinen Menschen zu beschäftigen. Nicht zuletzt weil Deutschland Afghanistan in den nächsten beiden Jahren mit 420 Millionen Euro unterstützen wird und als Militärpartner nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein möchte.
Die Reise- und Hintergrundsberichte der Autoren wecken Verständnis die fremden Positionen des Landes mit einer tragischen Geschichte. Und ermöglichen eine differenzierte Sichtweise auf eine Region, die sich "auf eigene Weise der Rationalität westlichen Denkens" entzieht. In 22 Kapiteln erzählen sie etwa von Talibankämpfern, Drogenbarone, Frauenleben, westliche Diplomaten oder Soldaten. Trotz allem verlieren sie sich nicht im Anekdotischen: "Wie der Westen den Krieg gewann und den Frieden verlor" ist zum Beispiel eine der zentralen Fragen, denen ein Kapitel gewidmet ist. Die Autoren warnen: "Die Hilfe am Hindukusch verpufft (...) vielfach, weil Entwicklungsexperten mehr Geld für Konferenzen und den Unterhalt ihrer Organisationen ausgeben als für die bedürftigen Menschen". Sind die Ausgaben für diesen Krisenherd dennoch ein - in ihren Worten - "gefährliches Sparprogramm"?
Wer am Puls der Zeit bleiben möchte, sollte sich Zeit für das Thema Hindukusch nehmen.
Motiv: Cover des vorgestellten Buches. Es zeigt ein Foto, auf dem im Vordergrund zwei vollverschleierte Frauen zu sehen sind. Im Hintergund patroulliert ein bewaffneter Soldat.
Susanne Koelbl, Olaf Ihlau: Geliebtes, dunkles Land: Menschen und Mächte in Afghanistan, Bonn, Bundeszentrale für politische Bildung, 2008, Bestellnummer 1713.
In 13 Stunden und 30 Minuten von Manfred Fenner auf MP3-DAISY-CD gelesen. Bestellnummer: 6535. Sonderpreis: 67,50 Euro. Die DAISY-CD ist zu den üblichen Bedingungen beim Textservice des DVBS, Frauenbergstraße 8, 35039 Marburg per Telefon: 06421 9488822 oder per E-Mail (textservice@dvbs-online.de) zu erhalten.
Das Kartenmaterial-Set "Afghanistan" der blista, bestehend aus:
Zu jeder Karte gibt es einen farbigen DIN-A3 Ausdruck. Jede Karte (inkl. Ausdruck) kostet 14,50 Euro. Der gesamte Satz, bestehend aus vier taktilen Karten mit je einem Farb-Ausdruck ist zum Preis von 50 Euro erhältlich. Bestellungen unter Telefon: 06421 6060 oder per E-Mail (bestellservice@blista.de).
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