Studienstipendien für Blinde und Sehbehinderte

(24. Februar 2012)

In den folgenden Absätzen möchten wir Sie über Stipendien für Blinde und Sehbehinderte informieren. Die Informationen wurden von Henrike Bergermann (Praktikantin) aus dem Internet und durch Kontakt mit anderen Mitgliedern heraus gesucht und zusammengestellt. Wir hoffen, Ihnen so etwas weiter helfen zu können und möchten Sie ermutigen, auch mit den genannten Stiftungen und Einrichtungen Kontakt aufzunehmen.

Die Paul und Charlotte Kniese Stiftung bietet ausschließlich blinden und sehbehinderten Menschen finanzielle Hilfe in Notfällen an. Der Antrag ist formlos. Die Stiftung befindet sich am Hardenbergplatz 2 in 10623 Berlin. Telefonisch erreichen Sie die Stiftung unter (030) 795 9230.

Die Spohnstiftung übernimmt im Rahmen eines Stipendiums pro Monat € 200,00 und ist auf eine Laufzeit von zwei Jahren ausgelegt. Diese Stipendien werden in Hamburg oder Berlin angeboten. Es können sich sowohl Studienanfänger als auch bereits Studierende sämtlicher Fachrichtungen bewerben. Die Karl und Charlotte Spohn Stiftung befindet sich in der Körnerstr. 15 in 22301 Hamburg. Nähere Informationen erhalten Sie auf www.dvbs-online.de/news435.htm.

Die Stiftung zur Förderung Körperbehinderter Hochbegabter fördert hochbegabte körperbehinderte Studierende aus dem deutschen Sprach- und Kulturraum. Ein Schwerbehindertenausweis ist erforderlich. Gefördert werden kann nur, wer ein Zentralabitur bestanden hat. Auch der Fächerkanon muss stimmen: In der 10. bis 12. Klasse müssen die Kernfächer Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache, Geschichte und Naturwissenschaften belegt worden sein. Die Stiftung finanziert Lebensunterhalt und Mehrbedarf. Die Stiftung befindet sich Im Quäderle 11 in FL 9490 Vaduz, Fürstentum Lichtenstein. Telefonisch erreichen Sie die Stiftung unter (0041) 75 28424. Eine E-Mail können sie an scholars-europe@google.com senden. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite www.google.com/studentswithdisabilities-europe/.

Die Dr. Willy Rebelein Stiftung ist eine speziell zur Förderung Behinderter und chronisch Kranker, insbesondere für das Fach- und Hochschulstudium eingerichtete Stiftung. Diese vergibt Stipendien für behinderte Studierende. Sie gibt bis zu 300 € monatlich. Wichtige Kriterien zur Förderung sind im Wesentlichen der Grad der Behinderung sowie die Bedürftigkeit der Antragstellerinnen. Die Stiftung befindet sich am Neutorgraben 1b in 90419 Nürnberg. Telefonisch erreichen Sie die Stiftung unter 0911-580 74-0.

Im ERASMUS-Programm der Sonderförderung für deutsche Studierende mit Sonderbedarf werden im Rahmen der Studierendenmobilität Studienaufenthalte sowie Auslandspraktika von behinderten Antragstellern besonders bezuschusst. Ihr Ansprechpartner ist Herrn Ralf Meuter in der Kennedyalle in 5053175 Bonn. Telefonisch erreichen sie die Einrichtung unter 0228 / 882-277.

Da die Rosa-Luxemburg Stiftung auf den Ausgleich sozialer, politischer oder geschlechtlicher Benachteiligung zielt, werden nach eigenen Angaben bei vergleichbarer Leistungen u.a. Studierende mit Behinderung bevorzugt gefördert. Neben dem Stipendium können Auslandszuschläge und Reisekosten für Auslandsaufenthalte erstattet werden. Über die finanzielle Förderung hinaus bietet die Rosa Luxemburg-Stiftung den Stipendiat/innen ein umfangreiches ideelles Förderprogramm, bestehend aus Seminaren, Workshops, Konferenzen, Ferienakademien und Bildungsreisen. Studierende aller Fachrichtungen, die i. d. R. noch 4 Semester Regelstudienzeit vor sich haben, an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland immatrikuliert sind und zum Personenkreis des § 8 BAföG gehören, können sich um ein Stipendium bewerben. Es werden Studierende ab dem zweiten Semester gefördert. Informationen über Bewerbungsmodalitäten sowie Bewerbungsunterlagen finden sich auf der Website der Stiftung: www.rosalux.de/Studienwerk.

Viele Organisationen, die sich für blinde Menschen einsetzen, entwickeln auch Stipendienprogramme für blinde und sehbehinderte Studenten. Auch Lions-Clubs gewähren auf Anfrage häufig solche Stipendien für ortsansässige blinde oder sehbehinderte Schüler oder Studenten. Wenn Sie Kontaktinformationen zu einem Club suchen, verwenden Sie die Funktion Clubs finden oder starten Sie eine Websuche. Die meisten Clubs sind nach der Kommune, in der sie aktiv sind, benannt. Nähere Informationen erhalten sie unter dem Link: www.lionsclubs.org/GE/member-center/planning-projects/sight-hearing/sight/index.php.

Die Studienstiftung des deutschen Volkes fördert besonders begabte Studierende und Doktoranden, darunter auch blinde und sehbehinderte Studierende. Um in die Studienstiftung aufgenommen zu werden, muss man auf Grund herausragender Leistungen vom Schulleiter eines deutschen Gymnasiums oder von einem Professor an einer europäischen Hochschule vorgeschlagen werden. Der Vorschlag muss bis zwei Semester vor Ablauf der Regelstudienzeit erfolgt sein. Die Altersgrenze liegt bei 35 Jahren. Wir fördern keine Zweit-, Ergänzungs-, Zusatz- oder Aufbaustudien und unterstützen keine einzelnen Forschungs- oder Publikationsprojekte von Nicht-Stipendiaten. Für nähere Informationen möchte ich Sie auf die Homepage (www.studienstiftung.de) hinweisen.

Ein Auslandsstudium muss langfristig geplant werden. Wenn Sie das 5. Semester Ihres Bachelorstudiums an einer Universität in Spanien, Frankreich, Japan oder sonst wo auf der Welt verbringen möchten, müssen Sie spätestens im 3. Fachsemester aktiv werden. Viele Fragen zu Studienorganisation, Voraussetzungen und Finanzierung sind zu klären, behinderte und chronisch kranke Studierende brauchen darüber hinaus Informationen zu Krankenversicherung, behinderungsbedingtem Mehrbedarf, behindertengerechten Wohnmöglichkeiten, Mobilität und Assistenz. Zunächst sollten Sie sich gründlich über das Land, das Hochschulsystem und das Kursangebot Ihrer Wunsch-Hochschule informieren. Grundlegende Informationen über das Studium in einem Land der Europäischen Union und in Übersee finden Sie im Akademischen Auslandsamt der TU, in der Infothek im Campus Center. Über Auslandsstudienaufenthalte informiert generell der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Er gibt eine Broschüre "Studium, Forschung, Lehre im Ausland - Fördermöglichkeiten für Deutsche" heraus: www.daad.de.


reos