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Frage an Herrn Göthling: Ich begrüße Herrn Göthling auf dem Podium. Er hat den Weg aus der Werkstatt geschafft. Was ist ihrer Meinung nach wichtig, damit mehr behinderte Menschen aus Werkstätten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß fassen können?
Danke erstmal. Als erstes will ich damit anfangen, dass man Möglichkeiten findet, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten den Weg finden zu der Werkstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In den öffentlichen Verkehrsmitteln sind wir schon wieder in der Gesellschaft, haben Integration. Es muss vielleicht ein Fahrtraining gemacht werden, dafür müsste es aber Möglichkeiten geben. Das selbstbestimmte Leben ist ja wichtig. Das fängt mit dem Weg zur Arbeit an. Da müssten wir anfangen. Es müssen nicht alle Menschen mit Behinderungen in die Werkstätten gefahren werden. Da fängt schon der Sonderweg an. Wer fährt denn einen, der zum Beispiel bei Mercedes arbeitet, zur Arbeit?
Innerhalb der Werkstatt braucht man Unterstützung, das ist kein Problem. Aber aus der Werkstatt raus geht das große Problem los. Da sieht es schlecht mit Unterstützung und Arbeitsassistenz aus. Das ist eine große Hürde. Und dann als Beispiel: mit der Krankenversicherung und Rentenversicherung ist es auch ganz schwierig. Sie wird innerhalb der Werkstatt gezahlt, außerhalb nicht. Das ist ein ganz großes Hindernis für Menschen mit Behinderungen. Da bremsen dann Eltern und Werkstattmitarbeiter, denn die sagen, wenn Du hier rausgehst, verlierst Du den Rentenanspruch. Wer kann sich das schon erlauben, aus der Werkstatt zu gehen und im Alter keine Rente zu bekommen. Ich habe es getan, denn ich sagte mir, wer weiß, ob ich es bis zur Rente schaffe? Daher war ich so verrückt, habe das gewagt. Aber als Geschäftsführer von People First kann ich auch nicht jedem sagen: geh aus der Werkstatt. Eine Arbeitsassistenz zum Beispiel, die ist außerhalb ganz schwierig zu bekommen, das behindert. Natürlich muss allen klar sein, wenn ich die Werkstatt verlasse, habe ich nicht die Behinderung verloren. Ich habe dieselben Schwächen, die ich in der Werkstatt hatte, jetzt auch außerhalb. Das verliert man nicht, man wird immer Unterstützung brauchen.
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