



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
Ich begrüße Herrn Miederer. Frage: Sie haben ganz viele Jahre Erfahrungen als vermittelnder Dienst für den allgemeinen Arbeitsmarkt - was setzt aus Ihrer Sicht eine erfolgreiche Vermittlung voraus? Sie haben eine Präsentation mit Powerpoint?
Ja, herzlichen Dank. "Was behindert Arbeit?" Der Titel ist gut gewählt. Was ist notwendig, damit Arbeit nicht behindert wird? Wichtig ist mir, Möglichkeiten zu finden, trotz Behinderung den geforderten Job zu machen und die Arbeit für behinderte Menschen zu ermöglichen. Als Praxisbeispiel: Ich führe ein Unternehmen mit 16 Mitarbeitern, etwa die Hälfte davon sind Menschen mit Behinderung. Eine unserer Aufgaben und ein Schwerpunkt ist es, Menschen mit Lernschwierigkeiten zu begleiten: eine Zielgruppe, die den Weg von der Werkstatt für behinderte Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt gehen will.
In unserer Region haben wir eine Kooperation unseres Unternehmens mit sieben Werkstätten. Wir begleiten einen Teil der Beschäftigten im Auftrag der Agentur für Arbeit durch berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen. Der Weg zum Erfolg lässt sich beschreiben mit sechs Faktoren, die realisiert werden müssen:
Partnerschaft mit dem Integrationsamt, mit der Arbeitsagentur und dem Betrieb sind für uns sehr wichtig, denn ohne koordinierte Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel geht es nicht. Erst platzieren, dann qualifizieren: wir suchen erst ein Praktikum im Betrieb und dann wird die erforderliche Tätigkeit erlernt und geübt. Arbeitgeber haben zunächst viele Bedenken und auch Berührungsängste. Mithilfe unserer Begleitung lernen sie die Fähigkeiten der behinderten Menschen tatsächlich kennen und jede weitere Entscheidung basiert dann auf der konkreten Erfahrung mit der behinderten Person. Jobcoaching, und damit Unterstützung im Betrieb, ist für uns ausschlaggebend. Unsere Mitarbeiter begleiten die Einarbeitung im Betrieb solange bis die behinderten Menschen selbständig arbeiten können. Die Anforderungen des Betriebes und die Fähigkeiten behinderter Menschen müssen zusammengebracht werden und Arbeitsabläufe werden entsprechend der Möglichkeiten der behinderten Kunden gestaltet. Wir von Access stoßen Veränderungen im Betrieb an. Will man behinderte Menschen integrieren, sind Abläufe neu zu organisieren, und häufig Widerstände zu überwinden. Wichtig ist auch das Verhältnis zu Kollegen und damit die Kommunikation. Man muss mit den Menschen im Betrieb, den Kollegin und Kolleginnen, reden und sie einbeziehen. Wir schaffen Stellenprofile neu: über 90 % der von uns vermittelten behinderten Menschen werden auf neuen Stellen beschäftigt. "Normale" Stellen passen gewöhnlich nicht auf unsere Kunden mit Behinderung. Von entscheidender Bedeutung ist auch die Förderung von Betrieben durch Personalkosten und Ausstattungszuschüsse. Am Ende noch ein Wort zur Nachhaltigkeit: Wenn eine Platzierung erfolgt ist, sind unsere Mitarbeiter weiterhin gefragt, das ist entscheidend für eine dauerhafte Beschäftigung - sie begleiten Arbeitnehmer mit Behinderung und Betrieb auch später, zum Beispiel bei erforderlichen Veränderungen am Arbeitsplatz oder durch zusätzliches Training zum Erhalt oder zur Verbesserung gelernter Tätigkeiten. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Zurück zum Inhalt von spezial 4 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe