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Wir fangen mit Frau Vieweg an. Frau Vieweg ist Philosophin und gibt uns einen Überblick über die Thematik. Wo sehen sie die Probleme bei der Vermittlung?
Heute Vormittag wurde viel darüber gesagt, wo die Probleme liegen und was für Beispiele richtungsweisend sind. Daher werde ich auf diese Frage nicht so prinzipiell eingehen, weil ich zu viel wiederholen würde.
Wenn klar ist, was sich ändern muss und es bereits schon viele positive Beispiele gibt, wieso ändert sich dann trotzdem so wenig?
Uns allen, aber auch den Verantwortlichen in den Agenturen und Ämtern fällt es schwer ambulant zu denken. Es muss vom behinderten Menschen her gedacht werden und nicht von der Leistung. Es gibt Instrumente, die die Aufgabe haben, behinderte Menschen in Arbeit zu bringen und auch dort zu halten. Es gibt Unterstützungsleistung wie beispielsweise Arbeitgeber-Zuschüsse. Aber diese sind rückläufig.
In den Agenturen und beim Arbeitgeber ist oft ein Sicherheitsdenken vorhanden. Nur wo Erfolg feststeht wird finanziert. Brauche ich dafür Förderung? Die Erfahrung zeigt: in der Form ist nicht weniger mehr, sondern wenn Fördermitteln nur kurzfristig gezahlt werden, dann ist eine dauerhafte Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt nicht möglich. Wenn ich die Beispiele, die aufgrund zu geringern Förderung negativ sind, als Maßstab nehme und sage das wirkt nicht, dann ist von Anfang an ein Problem da. Wir denken, es gibt die Möglichkeiten über drei Jahre hinweg zu fördern. Die behinderte Person kann sich einarbeiten, der Arbeitgeber sammelt Erfahrung. Wir denken, dass man einen Weg finden muss, das Zögern zu überwinden. Es gibt ja auch Beispiele, wo Förderhöhen ausgereizt werden.
Was kann man tun, damit Fallmanager, Mitarbeiter in Agenturen etc. in der Lage sind, Entscheidung zu treffen, die vom behinderten Menschen ausgeht. Vielleicht sollte man Experten zusammenbringen, die Beispiele erfolgreicher Integration sammeln und auswerten. Die aufzeigen welche Effekte erzielt worden sind und wie die Verbleibszahlen aussehen. Das sollte aufbereitet werden und den Agenturen zur Verfügung gestellt werden, kombiniert mit einem Entstauben der berufsbildnerischen Kenntnisse.
Der Arbeitsmarkt ändert sich von Jahr zu Jahr. Es ist wichtig, dass auch in den Agenturen die neuen Impulse aufgenommen werden, wenn sich die Technik entwickelt und es nicht mehr sinnvoll ist, Menschen in gewisse Berufe zu vermitteln. Es muss mehr Flexibilität in der Förderung und Vermittlung erreicht werden. Wir müssen überlegen, wie wir die Agenturen in die Lage versetzen können, solche Bescheide zu erstellen, die eine dauerhafte Eingliederung auf den Arbeitsmarkt gewährleistet.
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