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spezial 4: Kongress CDU/CSU-Bundestagsfraktion am 10. Oktober 2007: Was behindert Arbeit?
Themenblock II
Martin Saß: Leiter JobCenter für schwerbehinderte Menschen Hamburg

Herr Pflügner, Sie sprachen von ihrem Kollegen aus Hamburg. Das ist Martin Saß vom "team. arbeit. hamburg" ein Jobcenter für schwerbehinderte Menschen. Nachfrage: ist das Jobcenter angegliedert an das Jobcenter für alle arbeitslosen Menschen oder extra Einrichtung? Und generell: Was hat das Jobcenter für Vorteile?

Guten Tag an alle. Unser Jobcenter ist eigenständig, aber Bestandteil der Gesamt-ARGE in Hamburg.

Die Vorteile des Jobcenters und wie kam es zu der Gründung dieses Jobcenters kam.

Vor meiner Zeit bei der ARGE habe ich eine Schwerbehindertenabteilung in einem bezirklichen Sozialamt geleitet. Dann bin ich zur ARGE gewechselt und habe dort die allgemeine Vermittlung erlernt, da ich auf zuvor auf Sozialamtsebene andere Aufgabenschwerpunkte hatte. Die Vermittlung schwerbehinderter Menschen stand in der Startphase des SGB II eher im Hintergrund. Daher drängten wir, aufgrund der vielen Schwerbehinderten in Hamburg darauf, mal etwas Neues auszuprobieren.

Nun mahlen die Mühlen der Verwaltung bekanntlich langsam, aber seit September 2006 gibt es nun das neue Jobcenter. Wir haben 6.000 schwerbehinderte Kunden und Kundinnen im Bereich SGB II. Die Quote der arbeitslosen Schwerbehinderten in unserem Bereich ist seither um ca. 20 % gesunken. Nicht alle Kunden/-innen konnten auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Viele sind in Arbeitsgelegenheiten zur Stabilisierung. Bei vielen Kunden besteht die Aufgabe darin, die Belastbarkeit festzustellen. Wir hielten und halten es für unverantwortlich, Menschen zu vermitteln, deren Leistungsfähigkeit wir nicht kennen.

Wir versuchen unsere Kunden, von denen Viele lange nicht von Vermittlung berührt waren, wieder aufzubauen. Es ist eine erschreckend hohe Zahl an Menschen, die hievon betroffen sind. Das Ziel ist eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt. Wir haben bislang die Integrationsquote um 300 % im Vergleich zum Vorjahr gesteigert.

Wir hatten bislang 130 bis 140 Förderfälle im Rahmen des Eingliederungszuschuss für schwerbehinderte Kunden/-Innen. Ein Großteil der vorhin angesprochenen Zunahme an Förderfällen, geht somit auf unsere Kappe.

Die Eingliederungszuschüsse wurden vorhin schon angesprochen. Sie sind längerfristig über drei Jahre angelegt. Weiterhin besteht die Möglichkeit diese im Rahmen des BMAS - Programms Job 4000 auf vier bis fünf Jahre zu verlängern. Weiterhin gibt es noch andere Fördermittel des Arbeitgeber-Services. Dieser kümmert sich um die Integration Schwerbehinderter auf dem 1. Arbeitsmarkt, sowie um die Beschaffung von freien Stellen auf dem 1. Arbeitsmarkt. Unsere Aufgabe besteht darin die Bildung und Qualifikation unserer Kunden zu stärken und Leistungen länger ansetzen. Zum Beispiel spezielle und längerfristige Arbeitsgelegenheiten. Ein Nachteil ist, dass Arbeitsgelegenheiten auf nur zehn Monate begrenzt sind. Ein Mensch mit psychischer Minderbelastung kann in einer so geringen Zeit nicht oder nur unzureichend stabilisiert werden.

Wir wünschen uns - dieser Wunsch ist auch an die Politik gerichtet - dass die arbeitsmarktpolitischen Instrumente so verändert werden, dass sie flexibler und individueller anwendbar sind. Schwerbehinderten muss auch mal eine Auszeit gewährt werden und sie müssen für längerfristig für Tätigkeiten qualifiziert werden können. Danke.

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