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Wir haben bisher nur über die Vermittlung von behinderten Menschen gesprochen. Nun geht es mehr um den Verbleib im Beruf und um betriebliche Maßnahmen, die darauf abzielen nach einem Unfall oder einer Erkrankung nicht aus dem Arbeitsleben rauszufallen.
Zuerst Herr Grunewald von der Adam Opel AG. Die Opel AG hat 2004 das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) eingeführt. Was ist das denn? Welche Erfahrungen wurden mit dem BEM gemacht?
Danke für die Einladung. Machen Sie weiter so. Ihr Überblick über den thematischen Querschnitt ist super. Dabei kommen viele Probleme zur Sprache.
Ich bin Sprecher des Arbeitskreises der Schwerbehindertenvertretungen aller Autohersteller, nicht nur bei der Opel AG. In der Branche sind 25.000 schwerbehinderte Mitarbeiter beschäftigt. Das heißt: ein Großteil hat eine etwas "andere Gesundheit". Seit der Stunde Null gibt es in der Automobilindustrie die Tradition, Menschen mit einer "anderen Gesundheit" im Betrieb zu halten und zu integrieren. Im Jahre 2006 waren anteilig 5,6 % aller Arbeitsplätze der Autoindustrie mit Schwerbehinderten besetzt. Damit sind die Zahlen besser als im Öffentlichen Dienst.
Wer seit Jahren mit behinderten Menschen arbeitet hat eine Menge Erfahrung. Seit ca. 15 Jahren kümmern wir uns noch intensiver um behinderte Mitarbeiter. Die Krankenstände waren seiner Zeit sehr hoch. Es stellte sich die Frage: was kann man dagegen tun? Durch die lange Tradition, sich um die Mitarbeiter zu kümmern, siehe Thema "Alkohol", haben wir viel aufgebaut. Grundsatz ist, dass wir uns um die Menschen kümmern können und müssen. Dies floss dann auch bei der Novellierung des SGB IX mit ein.
Wir kümmern uns um die Leute, die lange krank sind. Damit hatten wir ja bereits gute Erfahrungen gemacht. Wir wollen uns um die Menschen kümmern, die länger krank sind, nicht nur um behinderte Mitarbeiter. Denn jeder der was hat - egal ob Krankheit oder Behinderung - kriegt Unterstützung des Arbeitgebers. Dies ist nun seit 2004 auch eine gesetzlich verankerte Aufgabe im SGB IX, § 84 Abs. 2.
Das Instrument der Betrieblichen Eingliederung muss jedoch gut organisiert werden. Und das nicht nur in großen Unternehmen, sondern auch in den mittelständischen und in den kleinen Unternehmen. Es reicht nicht aus, dass nur betriebsintern Maßnahmen und Hilfe angeboten werden. Auch Ärzte, Krankenkassen, Reha-Träger etc. müssen miteinbezogen und zusammengeführt werden. So kann einem Menschen viel besser geholfen werden. Dazu sind die Integrationsteams entstanden. Wir müssen die Reha-Träger für eine Beteiligung gewinnen.
Nun erreichen wir auch nicht alle erkrankten Mitarbeiter. Wir erwischen auch immer nur Spitze des Eisbergs. Ca. 510 Leute fehlen heute bei Opel in Rüsselsheim am Arbeitsplatz bei 3,0 % Abwesenheit. Einige sind dann sechs Wochen und länger krank. Auf die Mitarbeiter versuchen wir uns zu konzentrieren. Da lernen wir eine Menge und sammeln Erfahrungen und das kommt letztendlich allen zu Gute. Ein werksärztliches Attest reicht und wir kümmern uns so früh wie möglich darum, die Maßnahmen einzuleiten, die zur Gesundheitserhaltung dienen.
Ein Ziel ist, dass wir schon früh an die Jugend rankommen. Sie wissen alle, dass wenn die Kinderuntersuchungen bei den Kinderärzten um sind, dann kommt so ein Gesundheitsloch. In den "besten Jahren" unsere Mitarbeiter, wollen wir dieses mit Gesundheitschecks in den Betrieben ausgleichen. Die Sicherstellung der Gesundheit der jungen und alten Mitarbeiter. Hierfür brauchen wir auch die Unterstützung der Politik.
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