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spezial 4: Kongress CDU/CSU-Bundestagsfraktion am 10. Oktober 2007: Was behindert Arbeit?
Anhang: Stellungnahmen der Podiumsteilnehmer
Themenblock II: Stellungnahme von Martin Saß

Das Job-Center für schwerbehinderte Menschen in Hamburg - Erfolge, Erfahrungen und Probleme


Das Job-Center für schwerbehinderte Menschen in Hamburg wurde Anfang September 2006 eröffnet und betreut derzeit vermittlerisch 6.000 schwerbehinderte Kundinnen und Kunden mit einem GdB von 50 oder mehr aus dem Rechtskreis SGB II und stellt auch die Grundsicherung für ca. 3.900 Bedarfsgemeinschaften leistungsrechtlich sicher. Im JC sind derzeit 59 fundiert qualifizierte Beraterinnen und Berater tätig, von denen 15 selbst schwerbehindert oder gleichgestellt sind. Drei Mitarbeiterinnen verfügen über Gebärdensprachkompetenz.


Um allen Kundinnen und Kunden ungehinderten Zugang zu ermöglichen, ist das Job-Center komplett barrierefrei gestaltet, auch ein Braille - Drucker zur Bescheiderstellung für blinde Menschen wurde angeschafft. Ein eigener Arbeitgeber-Service informiert Firmen im ganzen Stadtgebiet über die besonderen und umfangreichen Förder- und Qualifizierungsangebote, die es bei der Einstellung von schwerbehinderten Menschen gibt.


Bei seiner Beratungs- und Vermittlungstätigkeit setzt das Job-Center auf Netzwerkorientierung. Eine intensive Zusammenarbeit gibt es mit den Diensten des Hamburger Integrationsfachdienstes, dem Integrationsamt Hamburg sowie mit mehreren spezialisieren Einrichtungen für verschiedene Behinderungsarten, z.B. für gehörlose, blinde oder psychisch behinderte Menschen. Ziel ist die individuelle und auf die Person zugeschnittene Förderung der Kundinnen und Kunden unter Berücksichtigung der Schwerbehinderung.


Teilhabe am Arbeitsleben nach dem Sozialgesetzbuch Neuntes Buch, SGB IX, im Sinne der Kundinnen und Kunden, wird groß geschrieben. Zur Unterstützung ist ein erfahrenes dreiköpfiges Rehabilitations-Team vor Ort, das die Verfahren zur Einleitung einer Rehabilitation übernimmt und nach dem Ende der Maßnahme die Menschen sechs Monate bei der Suche nach einem Arbeitsplatz besonders unterstützt.


Dass das Konzept bislang aufgeht, belegen die Vermittlungserfolge: Im Verlauf des ersten Jahres konnten die Vermittler ca. 170 ihrer Kundinnen und Kunden in den ersten Arbeitsmarkt integrieren und 45 in eine Berufsausbildung vermitteln. Rund 700 schwerbehinderte Menschen haben eine Arbeitsgelegenheit gefunden, und etwa 450 weitere konnten in schulische oder betriebliche Trainingsmaßnahmen beginnen.


Für die Jahre 2007 und 2008 hat sich das Job-Center ambitionierte Ziele gesetzt.


Folgende auf die speziellen Belange schwerbehinderter Menschen zugeschnittene Angebote liegen bereits vor bzw. befinden sich in Vorbereitung:



Die Erfahrungen des ersten Jahres haben gezeigt, dass die Gewährleistung notwendiger Assistenzleistungen bei der Absolvierung arbeitsmarktpolitischer Instrumente Probleme mit sich bringt. Sind diese Assistenzleistungen im Falle sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse durch das Integrationsamt sichergestellt, so fehlt es im Rahmen der arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Sozialgesetzbücher II + III an entsprechenden Regelungen, um schwerbehinderten Menschen einen barrierefreien Zugang zu allen Angeboten zu verschaffen. Beispielhaft sind hier fehlende Budgets und Rechtsgrundlagen zur Bewilligung von Transporten, besonderen Arbeitsplatzausstattungen oder persönlichen Assistenzleistungen (z.B. Gebärdensprachdolmetscher) zu nennen.


Ein weiteres Problem ist, dass viele der verfügbaren arbeitsmarktpolitischen Instrumente starren Regularien unterworfen sind und aufgrund dessen für eine große Zahl der schwerbehinderten Menschen eine zu hohe Hürde darstellen. Sinnvoll wäre hier eine zeitliche und inhaltliche Flexibilisierung, die es ermöglicht eine Unterstützungsleistung an die individuelle Minderbelastbarkeit der Kundin bzw. des Kunden anzupassen. Das wären z.B. mehr Teilzeitangebote sowie eine verlängerte Laufzeitzeit von Maßnahmen zur Stabilisierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

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